ArchivRechercheWohnungslose Menschen: Kaum Zugang zur medizinischen Regelversorgung

Referiert

Wohnungslose Menschen: Kaum Zugang zur medizinischen Regelversorgung

PP 16, Ausgabe November 2017, Seite 551

Gerst, Thomas

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

In Deutschland leiden wohnungslose Menschen im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung sehr viel häufiger unter behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankungen. Zudem kommt es bei ihnen deutlich öfter zu Erkrankungen des Atmungs- und Kreislaufsystems, zu Verletzungen und Vergiftungen sowie zu Infektionen und parasitären Erkrankungen.

Medizinische Hilfe für wohnungslose Menschen muss dem Umstand Rechnung tragen, dass diese das Regelversorgungssystem nicht in Anspruch nehmen. Dies wird in der Übersichtsarbeit von Hanna Kaduszkiewicz und Koautoren im Deutschen Ärzteblatt deutlich, die sich mit der medizinischen Versorgung von Wohnungslosen befasst. Häufig ist ein unklarer Kran­ken­ver­siche­rungsstatus die entscheidende Barriere für das


Aufsuchen einer regulären Arztpraxis. Genauso können aber auch Angst oder Scham diese Patienten davon abhalten, sich in die ärztliche Obhut zu begeben.

Wichtig seien also alternative, vor allem aufsuchende Versorgungsangebote, betonen die Autoren. Idealerweise sollten sich diese Angebote nicht nur auf medizinische Hilfe bei akuten Erkrankungen beschränken, sondern beispielsweise auch auf eine längerfristige psychiatrische Versorgung ausgerichtet sein. TG

Anzeige

Kaduszkiewicz H, Bochon B, van den Bussche H, Hansmann-Wiest J, van der Leeden C:Medizinische Versorgung von wohnungslosen Menschen. Dtsch Arztebl 2017; 114(40): 673–9; DOI: 10.3238/arztebl.2017.0673

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Alle Leserbriefe zum Thema

Anzeige