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Illegale Drogen: Crystal Meth ist keine „Alltagsdroge“

PP 17, Ausgabe Februar 2018, Seite 53

Gerst, Thomas

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Methamphetamin oder „Crystal Meth“ ist eine synthetisch hergestellte Substanz aus der Stoffgruppe der Phenylethylamine. Foto: kaarstan/iStockphoto
Methamphetamin oder „Crystal Meth“ ist eine synthetisch hergestellte Substanz aus der Stoffgruppe der Phenylethylamine. Foto: kaarstan/iStockphoto

Der Konsum von Methamphetamin ist in der deutschen Bevölkerung nicht allzu weit verbreitet. Geringe Prävalenzangaben aus sechs Bundesländern weisen darauf hin, dass Methamphetamin in keinem Bundesland die Rolle der „Alltagsdroge“ hat, wie teilweise medial dargestellt wird. Zu diesem Ergebnis kommt die Autorengruppe um Elena Gomes de Matos vom Institut für Therapieforschung in München in der aktuellen Ausgabe des Deutschen Ärzteblattes (Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 49–55). Datengrundlage für die Studie bildet der Epidemiologische Suchtsurvey aus dem Jahr 2015.

Da der Großteil der Bevölkerung bisher keinen Kontakt zu Metham-phetamin gehabt habe, raten die Autoren von bundesweiten Präventionskampagnen ab, die die Aufmerksamkeit auf diese Substanz lenken und deren Verbreitung fördern könnten. Allerdings weisen sie darauf hin, dass es bei den Prävalenzangaben deutliche regionale Unterschiede gebe; so liege die Lebenszeitprävalenz des Konsums von Methamphetamin in Sachsen (2,0 Prozent) und in Thüringen (1,7 Prozent) deutlich über den Angaben aus Nordrhein-Westfalen (0,37 Prozent) oder Hamburg (0,62 Prozent). Erklärt wird dies mit der Nähe zu Tschechien, wo ein Großteil des Methamphetamins für den europäischen Markt produziert werde. In den stärker betroffenen Regionen empfehlen die Autoren eine besondere Sensibilisierung und Schulung des medizinischen Personals. tg

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