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SUPPLEMENT: Reisemagazin

Namibia: Kaisertradition und Wüstensand

Dtsch Arztebl 2005; 102(48): [14]

Sick, Hans-Peter

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Die Düne 45 ist mit 325 Metern die höchste Namibias.
Die Düne 45 ist mit 325 Metern die höchste Namibias.
Der Wind bläst kräftig über den schmalen Grat, der Untergrund gibt bei jedem Schritt nach und macht das Vorwärtskommen zur Qual. Die Sonne brennt schon kräftig vom Himmel. Dabei ist es gerade morgens halb neun. Der aufgewirbelte Sand knirscht, findet überall einen Ritz. Nase, Ohren, Hosentaschen, Kameragehäuse – überall roter, feiner Sand. Doch der „Gipfelblick“ entschädigt für die Mühen. Endlos ziehen sich die Dünen in der Namib-Wüste von einer Seite des Horizonts zur anderen. Bis zu 325 Meter hoch kann sich der „Sandkasten“ auftürmen, von ausgetrockneten Salzpfannen und Flußtälern mit ein paar Kameldornakazien unterbrochen. Die Dünen von Sossusvlei im Namib-Naukluft-Nationalpark gehören zu den schönsten der Welt.
Das Reiterdenkmal in Windhoek, ein Relikt aus deutscher Kolonialzeit
Das Reiterdenkmal in Windhoek, ein Relikt aus deutscher Kolonialzeit
Wie fast das ganze Land im südlichen Afrika, das 1890 (bis 1918) unter die „Schutzmacht“ der kaiserlichen Truppen Kolonial-Deutschlands gestellt wurde. Rund 120 Jahre später könnten die Tage der weißen Einwanderer gezählt sein. Noch erscheinen die politischen Verhältnisse im jüngsten Staat des schwarzen Kontinents stabil, doch es brodelt kräftig bei den Nachkommen der Ovambo, Kavango, Damara Himba oder Herero. „Wir geben die Hoffnung nicht auf“, sagt Hans-Jürgen. Der Farmerssohn lebt in dritter Generation im einstigen Deutsch-Südwestafrika.
Während seine Geschwister das elterliche Anwesen, die Farm, betreiben, kutschiert er als Reiseleiter Touristen durch die 824 000 Quadratkilometer große Republik, die erst am 21. März 2000 von Südafrika unabhängig wurde.
Die Kolonialzeit der „Schutzmacht“ des wilhelminischen Kaiserreichs hat in Nambia Spuren hinterlassen. So könnte zum Beispiel Swakopmund auch in Deutschland liegen. Gefegte Straßen, schmucke, pastellfarbene Häuser und eine kleine Fußgängerzone laden zum Flanieren ein. Eisbein mit Sauerkraut oder Schwarzwälder Kirschtorte zieren bald jede Speisekarte in Restaurants oder Cafés, die zahlreiche deutsche Spezialitäten anbieten und die fast noch besser schmecken als in „Old Germany“. Gleich daneben bieten beim Gefallenendenkmal Händler Souvenirs an. Viele Geschäfte und Lokale tragen deutsche Namen. Allerdings wurde die einstige „Kaiser-Wilhelm-Straße“ in „Sam Nujoma Avenue“ umbenannt.
Etosha-Pfanne: Abends kommen die Tiere ans Wasserloch. Fotos: Gerlinde Clade
Etosha-Pfanne: Abends kommen die Tiere ans Wasserloch. Fotos: Gerlinde Clade
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Ein „Muss“ für alle naturverbundenen Namibia-Besucher: die Etoscha-Pfanne. Auf 22 270 Quadratkilometern der kargen, ebenen Landschaft tummeln sich Millionen von Tieren. Zebras, Giraffen, Elefanten, Kudus, Gnus, Oryx-Antilopen und Springböcke bestaunen die Fahrzeuge der Touristen und diese die Tierwelt im Norden des Landes. Löwen liegen gelangweilt im Steppengras, eine Pythonschlange verschwindet schnell in einem Erdloch. Eine Nashornfamilie labt sich genüsslich an kostbarem Nass. Überall zwitschern Vögel. Rund 100 Säugetierarten, 340 Vogelarten und mehr als 100 verschiedene Reptilien soll es im Park geben. Schakale und Geier warten auf ein „gefundenes Fressen“. Das „Damaraland“ bietet aber nicht nur eine grandiose Tierwelt. Südlich der Etoscha-Pfanne bestimmen Tafelberge die Landschaft. Beeindruckend die „Vingerklip“, eine Felsnadel, die sich 35 Meter in den Himmel erhebt. Versteckt zwischen Bäumen, Sträuchern und Felsen laden kleine, gastliche Lodges zum Übernachten ein, unter anderem „Namatubis Gästefarm“ bei Outjo oder die „Oropoteo Lodge“ bei Okahandja. Hans-Peter Sick

Reise-Tipps
Auskünfte: Namibia Tourist Board, Frankfurt/ Main, Telefon: 0 69/13 37 36-0, E-Mail: info@nami bia-tourist-com, Internet: www.namibia-tourist.com.
Veranstalter: ACT, Windhoek, E-Mail: h.neuburg@namibia-safaris.com, Internet: www.namibia-safaris.com; Olympia Reisen Ltd., Windhoek,Telefon: 0 02 64/ 61/26 23 95; Oropoko Lodge, Okahandja/Namibia, E-Mail: oropoko@africa. com.na, Internet: www.oropoko.com; Dertours, Internet: www.dertours.de.

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