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Die Diskussion um Plagiate in der Wissenschaft, hier im Besonderen im Verfahren zur Erlangung des medizinischen Doktorgrades, greift zu kurz. Die Antwort auf die zugrundeliegende Frage, warum denn plagiiert wird, ist eigentlich: weil es möglich ist. Die Promotionsverfahren sind so uneinheitlich, undurchsichtig und diffus, gerade auch in der Notenermittlung, dass allein das schon zum Betrug einlädt. Unabhängige öffentliche Prüfungsverfahren mit objektiver Notenermittlung fehlen an fast jeder Universität. Stattdessen tagt eine (nicht-öffentliche) Promotionskonferenz, und die Ermittlung der Note oder die Annahme der Promotion erfolgt aufgrund weniger Gutachten, deren Qualität oder Unparteilichkeit durch nichts gewährleistet wird. So passiert es eben, dass Promotionen, die den Namen nicht verdienen, durchgewunken werden, während andererseits hervorragende Promotionen mit schlechteren Noten „abgestraft“ werden, weil es keine objektiven Kriterien zur Notenermittlung gibt (z. B. Publikation in einem Peer-Review-Journal als Erstautor, eigene Methodenentwicklung etc.) oder sich im Promotionsverfahren nicht an solche Regeln gehalten wird. Stattdessen spielen, und mir sind mehrere solche Fälle bekannt, persönliche Animositäten oder Beliebigkeiten innerhalb der Promotionskonferenz eine Rolle. Solange es keine einigermaßen objektive, öffentliche Verfahren zur Ermittlung der Promotionswürdigkeit gibt, wird es auch Plagiate geben . . .

Immerhin teile ich die Schlussforderung der Autoren nach einer guten wissenschaftlichen Betreuung durch die Universität. Aber genauso wenig wie sich eine gute Promotion nach Feierabend erstellen lässt, lässt sich eben auch eine gute Betreuung nebenbei erledigen . . .

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Dr. med. Mattias Schäfer, 90419 Nürnberg

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