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Umweltbedingungen und psychosoziale Faktoren haben bei allen psychischen Erkrankungen einen wesentlichen Stellenwert. Im Rahmen einer multiaxialen Diagnostik, wie sie von den Leitlinien für Kinder- und Jugendpsychiatrie auch empfohlen wird (siehe unter der Überschrift „Diagnose/Differenzialdiagnose“), sollten diese auch bei jeder Untersuchung berücksichtigt werden. Umweltbedingungen werden auch in der Verhaltensanalyse, die lebensgeschichtliche und insbesondere auch interaktionale und subjektive Gesichtspunkte einschließt, berücksichtigt. Sie werden im Rahmen des Therapieprozesses immer wieder neu bewertet und in Entscheidungen einbezogen. Auch innerhalb des Kapitels „Verlauf von Zwangsstörungen mit frühem Beginn“ verweisen wir auf die Bedeutung von psychosozialen Faktoren, die wir unter anderem auch in einer eigenen Studie untersucht haben (vor allem im Hinblick auf die prognostische Relevanz). Es gibt aktuell keine systematischen Studien, die zeigen, dass vermehrt Traumata oder besondere Erziehungsstile ursächlich für Zwangsstörungen im Kindes- und Jugendalter wären. Mit zunehmendem Erkrankungsalter scheinen Traumata eine größere Rolle zu spielen.

Zur psychoanalytischen Behandlung gibt es kaum aussagekräftige wissenschaftliche Untersuchungen und daher kann über den Evidenzgrad keine Aussage gemacht werden. Wesentlich erscheint uns, dass der Verlauf umso günstiger ist, je rascher man mit den evidenzbasierten Therapien beginnt.

In den kognitiv-behavioralen Ansätzen und beim Einbezug der Lebensgeschichte und der Familie wird die „Seele“ des Kindes selbstverständlich im Mittelpunkt stehen, es unterscheidet sich nur die Nomenklatur. Wir sehen das ganze Kind in seinen jeweiligen Lebensbezügen. Nicht nur das Verhalten, nicht nur den Körper, nicht nur die Seele. Die Behandlung erfolgt darüber hinaus grundsätzlich unter Einbezug der primären Bezugspersonen.

DOI: 10.3238/arztebl.2011.0741c

Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Susanne Walitza

Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Universität Zürich

Susanne.Walitza@kjpdzh.ch

Interessenkonflikt
Prof. Walitza erhielt Honorare für Fortbildungsveranstaltungen von Janssen Cilag und Astra Zeneca.

1.
Walitza S, Melfsen S, Jans T, Zellmann H, Wewetzer C, Warnke A: Obsessive-compulsive disorder in children and adolescents. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(11): 173–9. VOLLTEXT
1.Walitza S, Melfsen S, Jans T, Zellmann H, Wewetzer C, Warnke A: Obsessive-compulsive disorder in children and adolescents. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(11): 173–9. VOLLTEXT

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