ArchivRechercheEin guter Arzt: Die verlorene Kunst zu heilen
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Den Artikel: „Was ist ein ,guter Arzt‘?“ finde ich gut.

Das Problem in der Praxis ist: Wo ist ein guter Arzt? Wo ist diese Minderheit noch zu finden bei der weitgehend verlorenen Kunst zu heilen (siehe Buch von Prof. Dr. Bernard Lown)? Über Werteskalen im Internet finde ich diese nicht; die Angaben täuschen.

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Heute berichtete mir eine Frau mit Nierensteinkolik, die sich knapp und klar ausdrücken kann, dass der Aufnahmearzt im Krankenhaus ihr von vorneherein nicht zuhören wollte, sondern zunächst ein CT und ein MRT anordnete. Maßstab: Geld machen!

Am gleichen Tag höre ich von einem 40-Jährigen, dass bei durch Erkältung verstopfte Nase sich sein Hörvermögen auf einer Seite verschlechtert hatte. Der Hausarzt ordnete ohne HNO-Untersuchung bei der Diagnose „Hörsturz“ tägliche Infusionen auch über die Weihnachtstage an.

Eine Überweisung zum HNO wollte er nicht ausfüllen.

Dritter Fall heute: Ich telefoniere mit einer voll orientierten 90-Jährigen, die nach einem häuslichen Unfall mit Hautwunde am Gesäß in ein Pflegebett mit hochgezogenen Latten gelegt wurde. Fünf Wochen lang hatte sie liegend und gewindelt in dieser Falle verbringen müssen, obwohl sie in meinem Beisein auch stehen konnte.

Eine Freundin erzählte mir am Telefon frustriert von ihrem Kranken­haus­auf­enthalt, wo sie als Privatpatientin das Prinzip „let’s make money“ erlebte beziehungsweise erlitt.

Natürlich sind diese Beispiele nicht mit Berufsfreude vereinbar.

Dr. Dietmut Thilenius, 65812 Bad Soden

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