szmtag Epidemien: Außenstellen einrichten
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Herr Prof. Brunkhorst beschreibt in seinem Beitrag sehr prägnant die aktuellen Probleme des öffentlichen Gesundheitsdienstes im Bereich der Seuchenhygiene. Seine Ausführungen und Denkanstöße können wir aus infektionshygienischer Sicht nur unterstützen. Der dezentral organisierte öffentliche Gesundheitsdienst entspricht im Rahmen der genannten Ausbruchsgeschehen nicht mehr den Anforderungen der Zeit. Der Vorschlag von Prof. Brunkhorst, die Stellung des RKI zu stärken, sollte sich allerdings nicht nur auf „krisenhafte Notlagen“ beschränken. Es ist dringend geboten, eine kompetente Struktur zu schaffen, die die Bereiche Gesundheit, Risikobewertung, Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit auf Bundesebene umfasst. Eine Weisungsbefugnis dieser Institution, die weiterhin den Namen Robert-Koch-Institut tragen könnte, über die Ländergrenzen hinweg wäre unabdingbar. Nur so kann gewährleistet werden, dass zeitkritische Entscheidungen effizient und zügig in den Kommunen umgesetzt werden können. Der Umweg über die Landesstellen, deren Aufgabenbereiche sich je nach den politischen Mehrheitsverhältnissen ändern, ist in „krisenhaften Epidemien“ nicht mehr gerechtfertigt. Das Beispiel NRW ist bezeichnend; innerhalb von wenigen Jahren wurden Name und Zuschnitt der Behörde dreimal geändert (LÖGD, LIGA, LZG.NRW). Um weiterhin auch regionale Aspekte zu bedienen, wäre es sinnvoll – analog zum System in den USA – Außenstellen des RKI in den Regionen einzurichten. Aufgrund der Heterogenität der Länder, man denke nur an die unterschiedlichen Einwohnerzahlen von NRW und dem Saarland, würden regionale Büros völlig ausreichen. Hierbei sollten die künftige Rolle und Stellung der kommunalen Gesundheitsämter definiert werden, ihnen aber eine bedeutende Rolle zukommen. Da der politische Wille in den Ländern fehlen wird, Kompetenzen an den Bund zu verlagern, wird man bis zum nächsten Ausbruchsgeschehen warten müssen, bis das Thema erneut für kurze Zeit auf die Tagesordnung der Mediengesellschaft kommen wird!

Dr. Klaus Göbels, MPH,
Dr. Michael Schäfer, MPH,
Gesundheitsamt, 40227 Düsseldorf

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