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SPEKTRUM: Leserbriefe

Allgemeinärzte: Was die SPD will

Adam, Dieter Robert

Zu dem "Seite eins"-Beitrag "Katze aus dem Sack" von Norbert Jachertz in Heft 39/1998:
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LNSLNS . . . Tatsache ist, daß weder Dr. Kossow noch der BDA jemals eine "Zwangsvorschaltung des Hausarztes" gefordert haben. Was Dr. Kossow und der BDA aber seit bald zehn Jahren vergeblich von der deutschen Ärzteschaft fordern, ist die Verwirklichung einer Vorgabe des SGB V, nämlich der Gliederung der vertragsärztlichen Versorgung in eine hausärztliche und eine fachärztliche Versorgung. Kaum ein Trick wurde unversucht gelassen, diese vernünftige Vorgabe, die seit 1980 ausdrücklicher Bestandteil der gesundheits- und sozialpolitischen Vorstellungen der deutschen Ärzteschaft ist, umzusetzen.
Diese Tatsache ist der wahre Hintergrund der Forderung der BDA-Delegiertenversammlung im September 1997, ein Primärarztmodell zu realisieren. Der Beschluß der BDA-Delegiertenversammlung beinhaltet aber gerade nicht die Forderung nach einer Zwangsvorschaltung des Hausarztes, sondern die Einführung eines Primärarzttarifs, für den sich der Versicherte freiwillig entscheiden kann.
Diese Freiwilligkeit der Wahl durch den Versicherten hat der BDA ausdrücklich bestätigt in seinen Eckpunkten zum Primärarztkonzept, die im Dezember 1997 veröffentlicht wurden und die neben dem Chefredakteur des DÄ auch dem Präsidenten der Bundes­ärzte­kammer und dem Ersten Vorsitzenden der KBV bekannt sind.
Nunmehr scheint der Druck der Erkenntnis aber die notwendige Stärke erreicht zu haben, denn anläßlich der BDA-Delegiertenversammlung am 25. September 1998 sagten der Erste Vorsitzende der KBV, Dr. Schorre, und der Vorstandsvorsitzende der Barmer Ersatzkasse, Dr. Fiedler, ausdrücklich zu, jetzt endlich einen solchen Primär- oder besser Hausarzttarif als Modellversuch einzuführen.
Vielleicht klärt das DÄ die geneigte Leserschaft auch einmal darüber auf, daß die SPD ebensowenig wie der BDA für eine "Zwangsvorschaltung" des Hausarztes eingetreten ist. Nach Abschluß des Wahlkampfes dürfte einer solchen Aufklärung ja nichts mehr im Wege stehen.
Dieter Robert Adam, BDA, Theodor-Heuss-Ring 14, 50668 Köln
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