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SPEKTRUM: Leserbriefe

Hausärzte: Emotionen geweckt

Adam, Dieter Robert

Zu dem Beitrag "Hausärzte suchen ihr Heil im Alleingang" von Josef Maus in Heft 4/1999:
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LNSLNS Daß die Politik des BDA in Teilen der Ärzteschaft auf Widerstand stößt, ist nicht verwunderlich. Man sollte diese Politik aber zumindest ernst nehmen und sich mit den Gründen auseinandersetzen. Dies gilt vor allem für das DÄ. Leider läßt der Beitrag von Herrn Maus gerade diese notwendige Bereitschaft zu einer sachlichen Auseinandersetzung vermissen. Statt dessen zielt er darauf ab, Emotionen zu wecken und den BDA als "Spalter" zu brandmarken.
Typisch dafür ist die Behauptung, der BDA-Vorsitzende berufe sich auf einen Beschluß seines Verbandes für den Fall, daß die ärztliche Selbstverwaltung bis Ende 1998 weder die vom Gesetzgeber geforderte Gliederung "noch eine bessere Vergütung der Hausärzte" bewerkstelligen könnte. Motto: Denen geht’s doch nur ums Geld. Tatsächlich beinhaltet der Beschluß der BDA-Delegiertenversammlung nicht die platte Forderung nach mehr Geld. Was der BDA seit Jahren fordert, ist eine neue Struktur der ambulanten ärztlichen Versorgung, wie sie in § 73 SGB V seit bald zehn Jahren vorgegeben ist. Es geht um die Sicherung der hausärztlichen Versorgung, selbstverständlich auch um die dafür erforderlichen Mittel, aber in erster Linie um eine neue Ordnung und um das Ende einer "Versorgung nach dem Zufallsprinzip" . . . Diese neue Ordnung wird von starken Kräften innerhalb der Ärzteschaft seit Jahren bekämpft und verhindert. Warum wohl? . . . Wäre es nicht besser, sich einmal mit der Frage zu beschäftigen, ob die ärztliche Selbstverwaltung überhaupt in der Lage ist, von sich aus diese neue Ordnung zu verwirklichen?
. . . Die "Distanzierung" des BDA vom Aktionstag 18. Dezember 1998 sei zum Fehlstart geraten, weil einige Landesverbände sehr wohl Solidarität demonstriert hätten. Tatsächlich war es so, daß der BDA-Bundesvorstand entschieden hat, sich nicht als solcher an der Kundgebung in Bad-Godesberg zu beteiligen, es aber aus wohlüberlegten Gründen den Landesverbänden anheimgestellt hat, über ihre Beteiligung an Protestveranstaltungen selbst zu entscheiden . . . Und am Schluß des Beitrags mündet dann alles in die typische Drohung: Der böse BDA schwächt die Ärzteschaft. Sollte nicht lieber einmal die Frage gestellt werden, ob nicht vielleicht die KBVVer­tre­ter­ver­samm­lungen der letzten Jahre die Zerreißprobe zumindest für die Vertragsärzteschaft heraufbeschworen haben? Statt rationaler und verantwortungsbewußter Entscheidungen gerierte sich dieses "oberste Beschlußorgan" der Vereinigungen als Geisterfahrer auf Zick-Zack-Kurs und Bühne für einen hemmungslosen Kampf um Gruppeninteressen . . .
Unter diesen Gegebenheiten sollte die vom BDA geforderte Sektionierung und klare Kompetenzverteilung als Chance und nicht als Schwächung gesehen werden. Wir suchen unser Heil nicht im Alleingang, neue Koalitionen scheinen uns durchaus denkbar, Ansätze für differenzierte Standpunkte sind in der Ärzteschaft deutlich erkennbar (zum Beispiel auch in der Stellungnahme der Bundes­ärzte­kammer zur Koalitionsvereinbarung).
Dieter Robert Adam, Berufsverband der Allgemeinärzte Deutschlands - Hausärzteverband - e.V. (BDA), Theodor-Heuss-Ring 14, 50668 Köln
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