ArchivRechercheKardiologie: Gemeinsames Ziel
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Kardiovaskuläre Erkrankungen gehören zu den häufigsten Morbiditäts- und Mortalitätsursachen in Deutschland. Die Ursachen der chronischen Herzinsuffizienz sind vielfältig.

Insbesondere bei zugrunde liegendem arteriellem Hypertonus oder koronarer Herzerkrankung sollte bei Patientinnen und Patienten, deren Leistungsfähigkeit im Erwerbsleben durch die chronische Erkrankung erheblich gefährdet ist – dies insbesondere vor dem Hintergrund der Erhöhung des Renteneintrittsalters, des Fachkräftemangels und des demografischen Wandels –, an eine stationäre oder ganztägig ambulante multimodale medizinische Rehabilitation durch die Rentenversicherung gedacht werden.

Dieser Hinweis fehlt im Artikel „Klug entscheiden in der Kardiologie“ leider gänzlich, obwohl die Autoren unter Punkt 4 „Patienten mit stabiler Herzinsuffizienz (NYHA I-III) sollten in ärztlicher Absprache ein regelmäßiges Belastungstraining durchführen, um damit ihre körperliche Leistungsfähigkeit und Lebensqualität zu verbessern sowie ihre kardialen Symptome zu vermindern“ auf die entsprechenden Leitlinien verweisen.

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Insbesondere in der Nationalen Versorgungsleitlinie Chronische Herzinsuffizienz wird sowohl im Rahmen des Entlassungsmanagement nach Dekompensation – wenn nämlich nach erfolgreicher kurativ ausgerichteter Akutbehandlung die Überwindung der Teilhabebeeinträchtigung mit Blick auf das Erwerbs-leben im Vordergrund steht – als auch bei stabiler Herzinsuffizienz (NYHA I-III) die kardiologische Rehabilitation empfohlen.

Richtigerweise führen die Autoren aus, dass bedauerlicherweise ein Großteil der Patientinnen und Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz kein regelmäßiges Training durchführen. Für eine Verbesserung der Trainings-Adhärenz sowie der Vermittlung der Bedeutung von eigenem Wissen, Ernährung, Krankheitsverarbeitung und Verhaltensweisen im Umgang mit ihrer chronischen Erkrankung ist für diejenigen Patientinnen und Patienten, deren Leistungsfähigkeit im Erwerbsleben erheblich gefährdet ist und die somit bei Vorliegen der versicherungsrechtlichen Voraussetzungen Zielgruppe für Leistungen zur medizinischen Rehabilitation durch die Rentenversicherung sind, ein barrierearmer Zugang zu eben dieser kardiologischen Rehabilitation erforderlich. Die dafür notwendige Kommunikation zwischen Niedergelassenen, Fachärzten, Akutmedizinern und Sozialmedizinern sollte unser gemeinsames Ziel sein.

Dr. med. Markus Jaster, Abteilungsleitung Rehabilitation, Deutsche Rentenversicherung Bund, 10713 Berlin

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