szmtag Bariatrie: Dankbare Patienten
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Der ansteigende Trend bereitet der Barmer „Sorgen“. Es wird dabei verkannt, dass Deutschland europaweit trotz einer besonders hohen Anzahl adipöser Patienten mit Abstand das Schlusslicht hinsichtlich der Anzahl der bariatrischen Operationen darstellt. Ganz langsam erst fangen wir an, diese für die Patienten lebensrettende Operation in adäquatem Umfang in Deutschland zu implementieren.

Angeblich handelt es sich um eine „... Operation an einem eigentlich funktionierenden Körper“. Dies verkennt die heutigen pathophysiologischen Erkenntnisse zur morbiden Adipositas, die eben zeigen, dass diese Menschen leider erst nach einer solchen Operation wieder einen „funktionierenden Körper“ haben, der zuvor in einem Korsett von Luftnot, Schmerzen, Diabetes, Atherosklerose und Schlaf-Apnoe eingezwängt ist. Es wird von einer Letalität von 4 bzw. von 3,4 Prozent in Zentren berichtet. Die tatsächliche Letalität beträgt international etwa ein und im Deutschen Register, das über 90 Prozent der Patienten erfasst, 0,21 Prozent (!).

Es ist völlig unstrittig, dass bei morbider Adipositas eine Gewichtsabnahme in dem erforderlichen relevanten Ausmaß auf konservativem Wege nicht mehr möglich ist. Wer solche Patienten betreut, erlebt nach einem Gewichtsverlust von 50–60 kg eine extreme Dankbarkeit dieser über Jahre sich mit ihrem Gewicht quälenden Patienten. Unsere restriktive – in erster Linie von den Krankenkassen zu verantwortende – Politik gegenüber diesen Patienten ist u. E. darauf zurückzuführen, dass es sich um eine Erkrankung von Betroffenen mit wenig Lobby handelt (denn es ist eine Erkrankung vorwiegend von Menschen mit geringem Einkommen und weniger Bildung), die nicht in der Lage sind, die geforderten, wissenschaftlich nicht begründeten zu hohen Hürden der Krankenkassen für die Operation zu überwinden. Wir Ärzte müssen ihnen helfen.

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Prof. Dr. med. Jürgen Ordemann, Leiter des Departments für Adipositas und Metabolische Chirurgie, Prof. Dr. med. Michael Ritter, Leiter des Bereiches Endokrinologie und Diabetologie, Prof. Dr. med. Martin Strik, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Onkologische Chirurgie, Helios Klinikum Berlin-Buch, 13125 Berlin

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