ArchivRechercheVersorgung: Gute Kinder- und Jugendreha
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Die Aufgaben der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte enden – wie der Artikel „Sozialmedizinische Aufgaben des Arztes“ von Simoes et al. erfreulicherweise zutreffend feststellt – nicht in der rein medizinischen Behandlung gesundheitlicher Funktionsstörungen der ihnen anvertrauten Patienten. Dieser Aspekt spiegelt den Grundgedanken des bio-psycho-sozialen Modelles wider, das auch die Kolleginnen und Kollegen im Sozialmedizinischen Dienst der Deutschen Rentenversicherung Bund zur Beurteilung von Anträgen auf Leistungen zur medizinischen Rehabilitation anwenden. Die sozialmedizinischen Aufgaben der Niedergelassenen machen jedoch ebenso wenig an den Grenzen des SGB V halt. Dieser Hinweis hätte deutlicher erfolgen können, da zumindest für den Bereich der Kinder- und Jugendreha eine gleichrangige Zuständigkeit für GRV und GKV besteht.

Die qualitätsgesicherten Kooperationskliniken der Deutschen Rentenversicherung bieten eine hervorragende Kinder- und Jugendreha an. Daher ist eine Antragstellung direkt beim Rentenversicherungsträger sinnvoll. Im Mittelpunkt steht bei der Kinderreha über die Deutsche Rentenversicherung immer das chronisch kranke Kind. Die Kinder lernen, dass eine chronische Krankheit per se kein Schicksal ist, dem sie sich fügen müssen, sondern dass sie sich aktiv und mitverantwortlich in den Krankheitsbewältigungsprozess einbringen können. Betroffene Kinder und Jugendliche werden so zu Experten in Sachen „eigene Gesundheit“ und vor allem erleben sie sich mit ihrer chronischen Krankheit in einer guten Gesellschaft. Kinderreha bietet so chronisch kranken Kindern eine Hilfe und Unterstützung bei einer selbstbewussten Entwicklung mit dem Ziel späterer Erwerbsfähigkeit. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, deren spätere Leistungsfähigkeit im Erwerbsleben durch ihre chronische Erkrankung erheblich gefährdet ist, sollte daher an eine stationäre multimodale medizinische Rehabilitation durch die Rentenversicherung gedacht werden.

Wie einfach die Unterstützung eines Antrages auf Kinderrehabilitation bei der Deutschen Rentenversicherung Bund durch einen Ärztlichen Befundbericht (ÄBB) ist, ist zum Beispiel in der Augustausgabe der Zeitschrift „Kinder- und Jugendarzt“ zu lesen.

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Die Kinder von heute sind die Erwerbstätigen von morgen, und wir dürfen es uns als Gesellschaft nicht leisten, ihre berechtigten Bedarfe zu ignorieren. Wer mehr darüber erfahren möchte oder an einem persönlichen Austausch zum Thema: „Hausärztinnen und Hausärzte – wichtiger Partner im Reha-Prozess“ interessiert ist, sei auf eine gemeinsame Informationsveranstaltung von DRV-Bund, DRV-Mitteldeutschland und dem Hausärzteverband Sachsen im Berufsförderungswerk Leipzig im Winter dieses Jahres verwiesen. Ein barrierearmer, transparenter Zugang zum Verfahren (Kinder-)Rehabilitation ist sicherlich eine der verbesserungsfähigen Voraussetzungen dafür, dass insbesondere chronisch kranke Kinder, die eine Reha brauchen, sie auch bekommen. Hierfür ist eine wertschätzende und zielorientierte Kommunikation miteinander – auch auf dem kurzen Dienstweg – entscheidend.

Literatur beim Verfasser
Dr. med. Markus Jaster, 10713 Berlin

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