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Die Diskussionsbeiträge verdeutlichen noch einmal, dass für die Erkrankung Lipödem einige Aspekte nicht hinreichend geklärt sind oder Uneinigkeit über die Nomenklatur vorherrscht.

Herr Kollege Dr. Herpertz merkt an, dass die Prävalenz möglicherweise deutlich überschätzt wird und verweist auf seine langjährige klinische Erfahrung in diesem Bereich. Die Autoren können bestätigen, dass diverse Autoren eine Prävalenz von 10 % als möglicherweise deutlich zu hoch einschätzen (1), allerdings gibt es diesbezüglich keine ausreichende Evidenz, auf die konkret Bezug genommen werden kann. Verschiedene Projekte (zum Beispiel die „Lipedema Registry“ der Lipedema Foundation [www.lipedema.org/registry]) versuchen hierzu an repräsentativen Kollektiven die tatsächliche Prävalenz zu bestimmen, jedoch werden mögliche Publikationen noch einige Zeit auf sich warten lassen.

Weiterhin wird angemerkt, dass eine Aussparung der Hände und Füße nicht immer vorkommt und somit nicht typisch für ein Lipödem sei. In der bislang publizierten Literatur, die ein Peer-Review-Verfahren durchlaufen hat, wurden allerdings keine Fallserien beschrieben, die eine reguläre Beteiligung von Händen und/oder Füßen nachweisen konnten. Ein Kalibersprung an Hand- und Sprunggelenk beziehungsweise das Cuff-Phänomen werden hingegen in zahlreichen Arbeiten beschrieben und gelten nach aktueller Lehrmeinung als klassischer Hinweis auf ein Lipödem (2).

Eine genauere Einordnung des Stemmer-Zeichens, die der Kollege Dr. Brauer zurecht fordert, hätte aufgrund des Umfangs der zu ergänzenden Ausführungen den Rahmen des Artikels gesprengt (3). Wir stimmen zu, dass ein positives Stemmer-Zeichen keinesfalls pathognomonisch für ein Lipödem Stadium III ist, sondern lediglich bei einem begleitendem Lymphödem positiv ausfällt. Da die Nomenklatur „Lipo-Lymphödem“ teilweise umstritten ist (Lipo-Lymphödem versus Lipödem mit sekundärem Lymphödem versus Lipödem Stadium IV), wurde im Artikel hierauf jedoch verzichtet und stattdessen angegeben, dass im Stadium III das Stemmer-Zeichen (gegebenenfalls) positiv ausfällt (4). Korrekterweise müsste es hier selbstverständlich heißen „bei begleitendem Lymphödem gegebenenfalls Stemmer-Zeichen positiv“.

DOI: 10.3238/arztebl.m2021.0060

Für die Autoren

Dr. med. Mojtaba Ghods

Klinik für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Mikrochirurgie/ Handchirurgie, Klinikum Ernst von Bergmann, Potsdam

mghods@klinikumevb.de

Interessenkonflikt

Die Autoren aller Beiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Child AH, Gordon KD, Sharpe P, et al.: Lipedema: an inherited condition. Am J Med Genet A 2010; 152A: 970–6 CrossRef MEDLINE
2.
Forner-Cordero I, Szolnoky G, Forner-Cordero A, Kemény L: Lipedema: an overview of its clinical manifestations, diagnosis and treatment of the disproportional fatty deposition syndrome—systematic review. Clin Obes 2012; 2: 86–95 CrossRef MEDLINE
3.
Kruppa P, Georgiou I, Biermann N, Prantl L, Klein-Weigel P, Ghods M: Lipedema—pathogenesis, diagnosis and treatment options. Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 396–403 VOLLTEXT
1.Child AH, Gordon KD, Sharpe P, et al.: Lipedema: an inherited condition. Am J Med Genet A 2010; 152A: 970–6 CrossRef MEDLINE
2.Forner-Cordero I, Szolnoky G, Forner-Cordero A, Kemény L: Lipedema: an overview of its clinical manifestations, diagnosis and treatment of the disproportional fatty deposition syndrome—systematic review. Clin Obes 2012; 2: 86–95 CrossRef MEDLINE
3.Kruppa P, Georgiou I, Biermann N, Prantl L, Klein-Weigel P, Ghods M: Lipedema—pathogenesis, diagnosis and treatment options. Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 396–403 VOLLTEXT

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