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In unserer tumororthopädischen Ambulanz wird eine 25-jährige Patientin (168 cm, 55 kg) eritreischer Herkunft mit seit drei Monaten bestehenden progredienten linksseitigen Beckenschmerzen und einer massiven knocheninfiltrierenden Raumforderung im Os ilium in der Bildgebung mithilfe der Magnetresonanztomografie (Abbildung) vorgestellt. Anamnestisch gibt die Patientin an, in den letzten vier Monaten unter Fieberschüben unklarer Genese sowie einem ungewollten Gewichtsverlust von rund 5 kg gelitten zu haben. Sputumproben sowie Röntgenaufnahmen des Thorax verblieben ohne pathologischen Befund. In Zusammenschau dieser Befunde erfolgte bei Verdacht auf eine Knochentuberkulose die chirurgische Biopsie. Histopathologisch wurden hier ausgedehnte Nekrosen mit epitheloidzelliger, granulomatöser Entzündung entdeckt, mikrobiologisch gelang der Nachweis von Mycobacterium-tuberculosis-Komplex. Additiv zeigte sich der T-Spot-Test positiv. Unter leitliniengerechter Vierfachtherapie aus Pyrazinamid, Rifampicin, Ethambutol und Isoniazid konnte bereits drei Monate nach Therapiebeginn eine subjektive Beschwerdefreiheit erzielt werden. Die Knochentuberkulose ist eine seltene tumororthopädische Differenzialdiagnose, die, falls nicht erkannt, zu ungewöhnlichen Fehldiagnosen und falschen Therapieentscheidungen führen kann. Der rasche Erregernachweis ist notwendig, um Therapieverzögerungen zu vermeiden.

Daniel Aaron den Toom, Prof. Dr. med. Georg Gosheger, Dr. med. Kristian Nikolaus Schneider, Universitätsklinikum Münster, Klinik für Allgemeine Orthopädie und Tumororthopädie, daniel@dentoom.de

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: den Toom DA, Gosheger G, Schneider KN: Osseous tuberculosis. Dtsch Arztebl Int 2021; 118: 36. DOI: 10.3238/arztebl.m2021.0090

►Vergrößerte Abbildung und englische Übersetzung unter: www.aerzteblatt.de

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