ArchivRechercheInterdisziplinäres Management von neu diagnostizierten Hypophysentumoren
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Hintergrund: Durch die Zunahme kranialer Schnittbilddiagnostik werden immer häufiger Hypophysentumoren festgestellt. Ziel dieser Übersichtsarbeit ist es, aufzuzeigen, welche klinischen Symptome auf einen Hypophysentumor hinweisen, welche Diagnostik erforderlich ist, wann Verlaufskontrollen sinnvoll sind und wann eine Operationsindikation besteht.

Methode: Die Übersicht beruht auf einer selektiven Literaturrecherche in PubMed nach Publikationen, die zwischen 2005 und 2020 erschienen sind. Darüber hinaus wurden internationale Leitlinien und eine aktuelle nationale S2k-Leitlinie miteinbezogen, an deren Erstellung die Autoren dieser Arbeit mitgewirkt haben. Berücksichtigt wurden zudem ältere relevante Übersichtsarbeiten.

Ergebnisse: Je nach Erhebungsmethode schwanken die Angaben zur Prävalenz von Hypophysentumoren zwischen 10,7 % in Autopsiestudien und 77,6–115,6 Fällen/ 100 000 Einwohner in populationsbasierten Studien. Knapp 85 % dieser histologisch fast immer gutartigen Raumforderungen sind Hypophysenadenome. Unterschieden werden Mikro- (< 1 cm) von Makroadenomen (≥ 1 cm). In MRT-Studien (MRT, Magnetresonanztomografie) der Allgemeinbevölkerung liegt die Häufigkeit von Mikroadenomen bei 10–38 %, die von Makroadeomen bei 0,16–0,3 %. Unterschieden wird zwischen hormonaktiven und hormoninaktiven Adenomen. Kleine hormoninaktive Adenome weisen in 50 % der Fälle keine endokrinologischen Ausfälle auf. Dagegen tritt bei hormoninaktiven Makroadenomen bei 37–85 % der Patienten eine (partielle) Hypophyseninsuffizienz auf. Das klinische Spektrum reicht von kompletter Symptomlosigkeit bis zu Sehstörungen, neurologischen Ausfällen, gravierendem Hormonexzess (zum Beispiel Cushing-Syndrom) und lebensbedrohlicher Hypophyseninsuffizienz. Hypophysenadenome werden auch bei Vorhandensein von Symptomen häufig erst mit einer Latenz von vielen Jahren diagnostiziert. Bei Kontakt des Tumors zur Sehbahn ist eine augenärztliche Abklärung notwendig. Es gibt klare Indikationen zur Operation, wie zum Beispiel drohender Sehverlust, wobei es bei einem Großteil der asymptomatischen Hypophysentumoren zunächst ausreicht, sie zu beobachten.

Schlussfolgerung: Symptome durch Hypophysentumoren werden zunächst durch den Hausarzt erkannt. Die weitere Diagnostik hat interdisziplinär und standardisiert zu erfolgen.

LNSLNS

Hypophysentumoren sind mit 10–15 % aller intrakraniellen Neoplasien die dritthäufigste kraniale Tumorentität im Erwachsenenalter (1, 2). Die Prävalenz ist höher als früher berichtet. In populationsbasierten Studien werden in 77,6–115,6 Fällen/100 000 Einwohner Hypophysentumoren nachgewiesen (3, 4). Bis auf seltene Ausnahmen sind diese Raumforderungen histologisch gutartig und in knapp 85 % der Fälle handelt es sich um Hypophysenadenome (Tabelle) (5). Unterschieden werden Mikro- und Makroadenome (< 1 cm versus ≥ 1 cm) sowie hormoninaktive und hormonaktive Adenome. Letztere sind durch eine überschießende Hormonsekretion gekennzeichnet: in 69–80 % der Fälle Prolaktin, in 13–20 % Wachstumshormon (GH), in 5–10 % Adrenocorticotropin (ACTH) und in 1–2 % Thyreotropin (TSH) (6).

Tumoren der Hypophyse und der Sellaregion im deutschen Hypophysentumorregister 1996–2005
Tabelle
Tumoren der Hypophyse und der Sellaregion im deutschen Hypophysentumorregister 1996–2005

Durch die Zunahme radiologischer Untersuchungen mittels Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT) bei unspezifischen Symptomen wie Schwindel, Kopfschmerzen und anderen neurologisch/internistischen Beschwerden werden immer häufiger zufällig Hypophysentumoren festgestellt – sogenannte Inzidentalome (7). Einige bleiben lebenslang asymptomatisch, andere wiederum können über eine lange Zeit sowohl unspezifische als auch hormonspezifische Symptome verursachen. Die Angaben zur Häufigkeit von Inzidentalomen der Hypophyse hängen davon ab, welches Bildgebungsverfahren eingesetzt wurde (MRT oder CT) und ob auch zystische Läsionen berücksichtigt wurden. Entsprechend den Leitlinien sollten sowohl adenomtypische Inzidentalome als auch zystische Läsionen erfasst werden (8).

In der größten Metaanalyse von Autopsiestudien lag die mittlere Prävalenz von Hypophyseninzidentalomen bei 10,7 % (Range: 1,5–31 %) bei gleichmäßiger Verteilung zwischen den Geschlechtern und Altersgruppen (9). Einen Altersgipfel gibt es nicht. In einigen Studien zeigt sich eine leichte Häufigkeitszunahme mit steigendem Alter (10, 11). Nur 3,5–8,5 % der Hypophysentumoren werden vor dem 20. Lebensjahr diagnostiziert (12). In MRT-Studien der Allgemeinbevölkerung wird die Häufigkeit von Mikroinzidentalomen mit 10–38 % beschrieben. Der Anteil von Makroadenomen ist mit 0,16–0,3 % in MRT-Studien und 0,2 % in CT-Serien gering (7).

Trotz vermehrter Bildgebung und Labordiagnostik dauert es jedoch oftmals auch heutzutage noch viele Jahre, bis ein Adenom der Hypophyse als Ursache von Beschwerden entdeckt wird. Selbst bei hormonaktiven Hypophysenadenomen mit übermäßiger Sekretion von GH (Krankheitsbild: Akromegalie) oder ACTH (Krankheitsbild: Morbus Cushing), die durch die Hormoneffekte vermutlich früher klinisch in Erscheinung treten dürften als nichtfunktionelle Raumforderungen, vergehen gemäß aktueller Daten oftmals mehrere Jahre von den ersten Symptomen bis zur Diagnose. Bei der Akromegalie sind dies im Mittel 5,5 Jahre (bei 24 % der Patienten sogar mehr als 10 Jahre), bei ACTH-produzierenden Adenomen im Durchschnitt 2–6 Jahre (11, 12). In Deutschland dauert es im Durchschnitt bis zur Diagnose eines Morbus Cushing vier Jahre (13). An dieser Situation hat sich leider trotz zahlreicher Aktivitäten der nationalen und internationalen Fachgesellschaften und engagierter Beteiligung von Patientenorganisationen in den letzten Dekaden nichts Wesentliches geändert. Vor knapp 20 Jahren lag beispielsweise die Latenz bis zur Diagnose einer Akromegalie mit im Mittel 5 Jahren in der gleichen Größenordnung wie 2020 (14).

Je länger die Zeitspanne bis zur definitiven Diagnose ist, umso höher ist auch die Mortalität (15). Ein Grund für die Latenz bis zur Diagnose ist die langsame Entwicklung der Symptome sowie deren Überschneidung mit Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus, Hypertonie, Übergewicht und unspezifischen Gelenkbeschwerden (11). Im Vergleich zur Normalbevölkerung ist die Mortalität aber nicht nur bei hormonaktiven, sondern auch bei hormoninaktiven Adenomen erhöht (16). Allerdings können Menschen mit Läsionen ohne Krankheitsrelevanz, die in der Bildgebung aufgefallen sind, durch unnötige endokrinologische und bildgebende Verlaufsdiagnostik verunsichert werden. Daher hat die ärztliche Beratung einen hohen Stellenwert und sollte klar im Vordergrund stehen (17).

Ziel dieser Übersichtsarbeit ist es einerseits, klinisch relevante Aspekte, die bei Hypophysentumoren zur Diagnose führen, transparent zu machen und den aktuellen Standard der klinischen, hormonellen und bildgebenden Diagnostik initial sowie im Verlauf darzulegen. Andererseits soll das Vorgehen bei klinisch asymptomatischen zufällig diagnostizierten Hypophysentumoren erläutert werden.

Methode

Die vorliegende Übersichtsarbeit basiert auf einer selektiven Literaturrecherche in PubMed nach Publikationen im Zeitraum Januar 2005 bis Februar 2020 unter Berücksichtigung aktueller internationaler Leitlinien und einer kürzlich publizierten nationalen Leitlinie, die die Autoren koordiniert haben (18). Miteinbezogen wurden ferner relevante Übersichtsarbeiten älteren Datums. Suchbegriffe waren „pituitary adenoma“, „pituitary incidentaloma”, „pituitary disorders”, „pituitary tumors” und „pituitary insufficiency“.

Leitsymptome bei Hypophysentumoren

Die klinischen Symptome einer Hypophyseninsuffizienz oder einer Hormonaktivität bei Hypophysenadenomen entwickeln sich meist schleichend über Jahre, da die Tumoren in der Regel sehr langsam wachsen (19, 20). Eine Hypophysenvorderlappeninsuffizienz ist die häufigste fassbare Symptomatik bei hormoninaktiven Hypophysentumoren. Bei Makroadenomen weisen entsprechend einer repräsentativen Metaanalye (21) bei Erstdiagnose 37–85 % der Patienten einen (partiellen) Hormonmangel auf, wobei die somatotrope Achse (GH) mit 61–100 % aller Patienten am häufigsten betroffen ist, gefolgt von der gonadotropen Achse (Hypogonadismus) mit 36–95 % (Kasten 1).

Leitsymptome/klinische Aspekte von Hypophysentumoren
Kasten 1
Leitsymptome/klinische Aspekte von Hypophysentumoren

Klinische Zeichen des Hypogonadismus sind bei der Diagnosestellung führend, da ein Wachstumshormonmangel im Erwachsenenalter durch eine unspezifische Leistungsminderung und einen Verlust der Lebensqualität gekennzeichnet ist (also klinisch schwerer zu erfassende Anzeichen). Klinische Aspekte und Leitsymptome sind dem Kasten 1 zu entnehmen. Ein Ausfall des Hypophysenhinterlappens mit der Folge eines Diabetes insipidus centralis weist eher auf ein Kraniopharyngeom oder eine Hypophysitis hin als auf ein Hypophysenadenom (1).

Symptome der Hormonaktivität werden primär durch die jeweils gesteigerte Hormonsekretion bestimmt und können sehr variabel sein. Die Leitsymptome beim Prolaktinom, bei Akromegalie und beim Morbus Cushing sind in Kasten 1 dargestellt.

Durch Kompression von Nachbarstrukturen sind zudem lokale neurologische Funktionsstörungen wie beispielsweise Doppelbilder, Visusminderung und Gesichtsfeldstörungen wie etwa eine bitemporale Hemianpsie möglich (22, 23). Auch Kopfschmerzen können ein Begleitphänomen darstellen. Oft ist aber nicht klar, ob die Kopfschmerzen wirklich im Zusammenhang mit dem Hypophysentumor stehen, da Kopfschmerzen in der Allgemeinbevölkerung sehr häufig vorkommen, aber eher selten durch einen Hypophysentumor verursacht werden (18, 23).

Interdisziplinäres Management

Eine optimale Betreuung von Patienten mit Hypophysentumoren ist nur durch eine besondere Fachexpertise möglich, also einem in der Diagnostik, Therapie und Nachsorge bei Hypophysenerkrankungen erfahrenen interdisziplinären Team. Teil dieses Teams sind obligat Endokrinologen, (Neuro-)Radiologen und Neurochirurgen sowie je nach Tumorgröße oder geplanter Intervention zusätzlich auch noch Ophthalmologen, (Neuro-)Pathologen und Strahlentherapeuten. Bei speziellen Fragestellungen werden gegebenenfalls auch andere Fachdisziplinen (zum Beispiel Gynäkologie, Neurologie und Psychologie) einbezogen. Nicht immer – wie beispielsweise bei kleinen Mikroadenomen oder Mikroprolaktinomen – müssen alle genannten Fachdisziplinen involviert sein. In der Primärversorgung kommt dem Hausarzt die wichtige Funktion zu, durch Einschätzung der Symptome die Weichen für die interdisziplinäre Versorgung zu stellen.

Diagnose

Bildgebung

Die MRT bietet im Vergleich zur CT eine genauere Darstellung von Läsionen der Sella und der suprasellären Region. Deshalb hat sich die MRT als Goldstandard in der Diagnostik von Hypophysenadenomen durchgesetzt (18). Bei Mikroadenomen liegt die Sensitivität der MRT bei 82,6 % versus 42,1 % im CT (24). Sollte der Hypophysentumor initial im CT aufgefallen sein oder ist die Sellaregion nicht adäquat abgebildet, ist eine entsprechende MRT (inklusive dynamischer Kontrastmittelsequenzen) nachzuholen.

Diagnostik bei Erstbefund eines Hypophysentumors

Wird bei einem Patienten ein Hypophysentumor festgestellt, sei es durch entsprechende klinische Symptome (Kasten 1) oder zufällig im Rahmen der bildgebenden Diagnostik, sind vor dem Einsatz endokrinologischer Laboruntersuchungen und Funktionstests als wichtigste Maßnahmen eine ausführliche Anamnese und eine körperliche Untersuchung vorzunehmen (8, 18). Dadurch können klinische Zeichen der Hypophyseninsuffizienz und/oder gesteigerter Hormonaktivität erkannt und die Ergebnisse der weiteren Diagnostik besser eingeordnet werden. Begleiterkrankungen, die ähnliche Symptome wie eine Hypophysenfunktionsstörung verursachen, und Medikamente, die die Hormondiagnostik verfälschen können, müssen beachtet werden.

Endokrinologische Labordiagnostik

Die Hormondiagnostik dient dem Nachweis beziehungsweise Ausschluss eines Hormonexzesses und einer Hypophyseninsuffizienz. Sehr kleine Hypophysenadenome können hormonell aktiv (mit oder ohne Beeinträchtigung anderer Hypophysenfunktionen) oder komplett asymptomatisch sein. Größere Hypophysentumoren können zur Hypophyseninsuffizienz führen, hormonaktiv sein oder auch symptomlos bleiben. Insgesamt lässt sich der Prozentsatz lebenslang mutmaßlich asymptomatischer Mikro-und Makroadenome nur indirekt anhand von Autopsiestudien beurteilen. Er liegt im Mittel bei 10,7 % (Range 1,5–31 %) (9). Es ist deshalb sinnvoll, ungeachtet der Größe, bei jedem Hypophysentumor eine basale Hormondiagnostik durchzuführen, um eine Hormonaktivität sicher auszuschließen. Dagegen hängt das Risiko einer Hormoninsuffizienz unmittelbar mit der Größe des Hypophysenadenoms zusammen. Nachweisbare Hormoninsuffizienzen finden sich in 37–85 % bei Makroadenomen (8, 21), aber auch bei größeren Mikroadenomen (6–9 mm). Bei Mikroadenomen bis zu 5 mm ist eine Hypophyseninsuffizienz selten (8).

Im Folgenden werden die Laborparameter beschrieben, die bei Erstdiagnose aller Hypophysentumoren bestimmt werden sollten (Kasten 2).

Obligate Laborparameter bei Erstdiagnose eines Hypophysentumors
Kasten 2
Obligate Laborparameter bei Erstdiagnose eines Hypophysentumors

Prolaktin

Der Ausschluss eines Prolaktinoms steht aufgrund der Häufigkeit von 40–66 % aller hormonaktiven Tumoren (11) und der therapeutischen Konsequenzen im Vordergrund der endokrinologischen Diagnostik. Ein Prolaktinwert von > 250 μg/L (> 5 300 mU/L) ist nahezu beweisend für ein Makroprolaktinom (21, 25, 26), vorausgesetzt die Fallstricke der Labordiagnostik (siehe unten) wurden beachtet. Bei hormoninaktiven Makroadenomen kann eine Hyperprolaktinämie durch eine Verlagerung beziehungsweise Kompression des Hypophysenstiels entstehen, wodurch der hemmende Einfluss von Dopamin auf die laktotrophen Zellen des Hypophysenvorderlappens reduziert wird (sogenannte Entzügelungs- oder Begleithyperprolaktinämie; Prolaktin regelhaft < 100 μg/L) (26). Die Unterscheidung ist wichtig, denn nur das Prolaktinom ist einer medikamentösen Therapie zugänglich. Leicht erhöhte Prolaktinwerte zwischen 25 und 100 ug/L können durch dopaminantagonistische Medikamente verursacht werden. Dazu gehören in erster Linie Psychopharmaka wie trizyklische Antidepressiva und Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (26, 27). Einige Medikamente wie Risperidon und auch Phenothiazine können allerdings durchaus einen Prolaktinwert von > 200 ug/L verursachen (26).

TSH, freies T4 (fT4) und freies T3 (fT3)

Bei niedrig bis normalem TSH weisen bereits fT4-Werte im unteren Referenzbereich auf eine thyreotrope Insuffizienz hin; meist sind dann auch weitere Hormonachsen betroffen. Der Verdacht auf ein mit 1–2 % aller hormonaktiven Hypophysenadenome sehr seltenes TSH-produzierendes Hypophysenadenom (TSHom) ergibt sich, wenn alle drei Parameter – TSH, fT4 und fT3 – erhöht beziehungsweise hochnormal sind (28).

LH, FSH, Gesamttestosteron (bei Männern) beziehungsweise Östradiol (bei prämenopausalen Frauen)

Mit den Werten zu luteinisierendem Hormon (LH), follikelstimulierendem Hormon (FSH), Gesamttestosteron (bei Männern) beziehungsweise Östradiol (bei prämenopausalen Frauen) lässt sich in Zusammenschau mit der Klinik die Diagnose einer gonadotropen Insuffizienz meist einfach stellen beziehungsweise ausschließen.

IGF-1

Die Bestimmung von „insulin-like growth factor 1“ (IGF-1) gilt sowohl als Screeningtest für ein GH-produzierendes Adenom (Akromegalie) als auch für einen GH-Mangel. Die GH-Konzentration selbst unterliegt zahlreichen äußeren Einflüssen und ist deshalb nicht ausreichend aussagekräftig. Ein normaler IGF-1-Wert schließt die Diagnose einer Akromegalie nahezu aus-. Bei klinischem Verdacht ist eine weiterführende Funktionsdiagnostik erforderlich (oraler Glukosetoleranztest zur Beurteilung der GH-Suppression [6, 18]).

Cortisol

Bei Makroadenomen und größeren Mikroadenomen (> 6 mm) muss auch eine kortikotrope Insuffizienz ausgeschlossen werden (8, 18). Beträgt die morgendliche Serum-Cortisol-Konzentration ≤ 4,0 μg/dL (110 nmol/L), liegt höchstwahrscheinlich. eine sekundäre Nebennierenrinden-Insuffizienz vor, die umgehend behandelt werden muss. Werte ≥ 15,0 μg/dL (414 nmol/L) sprechen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit für eine suffiziente kortikotrope Achse. Bei Werten dazwischen ist eine dynamische Funktionstestung erforderlich (Goldstandard: Insulin-Hypoglykämie-Test, alternativ: Metopyron-Test, ACTH-Test oder Corticotropin-Releasing-Hormon[CRH]-Test) (29, 30).

1-mg-Dexamethason-Hemmtest

Um ein ACTH-produzierendes Adenom (Morbus Cushing) nicht zu übersehen, ist dieser Test bei allen Patienten mit Hypophysenadenom durchzuführen.

Fallstricke in der Hormondiagnostik

Die Labordiagnostik kann verfälscht werden, wenn die Blutentnahme nicht bis 9 Uhr am Morgen und nüchtern erfolgt, also die zirkadiane Rhythmik und der Einfluss einer Mahlzeit nicht berücksichtigt werden (mit der Konsequenz [prä-]analytischer Fehler). Der Einfluss von Medikamenten wie beispielsweise Psychopharmaka, oralen Kontrazeptiva, Steroidinjektionen und Nahrungsergänzungsmitteln (zum Beispiel Biotin) muss bei der Interpretation der Labordiagnostik beachtet werden. Außerdem können körperliche Belastungen oder Erkrankungen die Hormonwerte beeinflussen.

Passt eine Hyperprolaktinämie nicht zum klinischen Bild, also bei erhaltenem Zyklus (Frauen) oder normalen Testosteronwerten (Männer), ist die Sonderkonstellation von Makro-Prolaktinen zu bedenken und durch Fällung mit Polyethlenglykol (31, 32) auszuschließen. Auch ein sogenannter High-Dose-Hook-Effekt (falschniedriges Prolaktin) muss bedacht und gegebenfalls durch Verdünnungsreihen ausgeschlossen werden (26).

Bei Verdacht auf einen durch einen Hypopyhsentumor bedingten Schilddrüsenhormonmangel (sekundäre Hypothyreose) eignet sich der sonst zur Abklärung von Schilddrüsenfunktionsstörungen übliche TSH-Wert nicht. Denn TSH muss nicht zwingend erniedrigt, sondern kann durchaus auch nur inadäquat niedrig (und somit formal normwertig) sein. Stattdessen muss hier primär der verminderte fT4-Wert berücksichtigt werden.

Beim Cortisol ist neben der zirkadianen Rhythmik vor allem darauf zu achten, dass die Einnahme von Sexualhormonen (zum Beispiel Kontrazeptiva oder menopausale Hormontherapie) zu erhöht gemessenen Cortisolwerten führen kann. Dagegen kann Cortisol stark erniedrigt sein, wenn zum Beispiel wegen orthopädischer Probleme synthetische Glucocorticoide verabreicht werden.

Gesamttestosteron wird bei Männern mit Übergewicht/Adipositas und Diabetes mellitus häufig falsch niedrig gemessen, da in diesem Fall das Sexualhormonbindene Globulin (SHBG) oft vermindert ist. Ferner ist eine morgendliche Blutentnahme vor dem Frühstück notwendig, da sich die Referenzwerte nur auf diesen Zeitraum beziehen (33).

Weitere Fehlinterpretationen der Hormondiagnostik können durch Biotin entstehen. Biotin – auch als Vitamin B7 oder Vitamin H bezeichnet – ist frei verkäuflich und wird als Mittel zur Förderung des Stoffwechsels mit Wirkung auf gesunde Nägel, Haare und Haut propagiert. Bei zahlreichen Hormonen kann es hier zu substanziellen Fehlmessungen kommen. Ursache ist das Prinzip vieler Immunoassays, die auf einem Streptavidin-Biotin-Testprinzip beruhen (34).

Augenärztliche Untersuchung

Sobald Hypophysentumoren Kontakt zur Sehbahn aufweisen, ist eine Kontrolle beim Augenarzt mit der Messung von Sehschärfe und Gesichtsfeld sowie eine Untersuchung des Fundus erforderlich. Da sich die Ausfälle häufig langsam entwickeln und zum Teil durch das andere Auge kompensiert werden, werden sie von den Patienten nicht immer bemerkt (35).

Indikation zur Operation

Am Ende der Diagnostik muss die Frage beantwortet werden können, ob bei dem jeweiligen Patienten eine Operationsindikation vorliegt oder nicht. Eine OP-Indikation ergibt sich in folgenden Fällen (Grafik) (8, 18):

Übliche Diagnostik und Therapie von Hypophysentumoren
Grafik
Übliche Diagnostik und Therapie von Hypophysentumoren
  • (drohende) Beeinträchtigung des Sehvermögens
  • Tumoren, die ein relevantes Größenwachstum (vor allem in Bezug auf kritische Umgebungsstrukturen wie die Sehbahn) aufweisen
  • im Notfall bei Hypophysenapoplex mit drohender Erblindung
  • hormonakive Tumoren (Ausnahme: Prolaktinome, die primär mit Dopaminagonisten behandelt werden).

Auch bei Nachweis einer relevanten Hypophyseninsuffizienz kann eine Operation erwogen werden.

Wenn operiert wird, ist die Methode der Wahl die transsphenoidale mikrochirurgische oder endoskopische Operation durch eine in der Hypophysenchirurgie erfahrene Neurochirurgin beziehungsweise einen Neurochirurgen. Bei progredienten Resttumoren oder Rezidiven kommt eine erneute Operation und/oder eine Strahlentherapie in Frage.

Verlaufskontrollen

Bei symptomlosen, hormoninaktiven Hypophysentumoren (< 1 cm) wird der Patient primär klinisch und mit bildgebenden Verfahren begleitet („wait and scan“). Die Größe des Tumors ist für die weiteren Verlaufskontrollen entscheidend (Grafik). Das Risiko einer Größenprogredienz von hormoninaktiven Mikroadenomen ist geringer als bei Makroadenomen (8, 18). Eine deutsche Studie belegt, dass Mikroadenome nur in 3,2 % der Fälle im Verlauf an Größe zunehmen, wohingegen Makroadenome in 26,3 % ein Tumorwachstum zeigen (19). In einer anderen Studie fand sich nur bei einem von 15 Patienten mit Mikroinzidentalom eine Größenzunahme von 1 mm über einen Beobachtungszeitraum von knapp 5 Jahren (36). Aber auch Patienten mit symptomlosen, hormoninaktiven Hypophysentumoren > 1 cm können meist – solange die Sella nicht relevant überschritten wird – primär klinisch und mit bildgebenden Verfahren begleitet werden. Die Datenlage zum idealen Zeitintervall für die endokrinologische und bildgebenden Verlaufskontrollen ist begrenzt (16). Die Grafik gibt hier entsprechende Empfehlungen, die auf den Leitlinien und Übersichtsarbeiten basieren (6, 8, 17, 18, 37).

Bei hormonaktiven Tumoren mit postoperativ anhaltend unkontrolliertem Hormonexzess oder bei Inoperabilität ist neben der Re-Operation und der Bestrahlung ebenfalls eine medikamentöse Therapie möglich (38). Ergibt sich bei der initialen Labordiagnostik der Verdacht auf eine Hypophyseninsuffizienz und/oder einen hormonaktiven Tumor sind lebenslange Kontrollen bei der Endokrinologin beziehungsweise beim Endokrinologen und eine strukturierte Schulung der Patienten erforderlich (18, 39).

Interessenkonflikt

PD Dr. Deutschbein bekam Honorare für eine Beratertätigkeit (Advisory Board) von Novo Nordisk und Novartis. Kongressgebühren wurden für ihn erstattet von Novartis. Er erhielt Reisekostenerstattung von Ipsen, Lilly, Novo Nordisk und Novartis. Studienunterstützung (Drittmittel) wurde ihm zuteil von Ipsen, Novartis und Shire.

PD Dr. Knappe bekam Reisekostenerstattung und Vortragshonorare von Novartis.

Prof. Saeger erhielt Honorare für ein histologisches Referenzgutachten sowie Studienunterstützung (Drittmittel) im Rahmen des Hypophysentumorregisters, das von Novartis, Ipsen, Novo Nordisk und Pfizer gesponsert wird.

Prof. Flitsch wurde eine Beratertätigkeit (Advisory Board) honoriert von Novartis und Ipsen. Er bekam Kongressgebühren- und Reisekostenerstattung sowie Vortragshonorare von Novartis, Ipsen und Lilly.

Prof. Fassnacht erhielt Reisekostenerstattung von Ipsen. Er bekam Studienunterstützung (Drittmittel) von HRA Pharma und Novartis.

Dr. Jaursch-Hancke erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 31. 3. 2020, revidierte Fassung angenommen: 21. 9. 2020

Anschrift für die Verfasser
Dr. med. Cornelia Jaursch-Hancke
Endokrinologie
DKD HELIOS Klinik Wiesbaden
Aukammallee 33, 65191 Wiesbaden
jaurschhancke@icloud.com

Zitierweise
Jaursch-Hancke C, Deutschbein T, Knappe UJ, Saeger W, Flitsch J, Fassnacht M: The interdisciplinary management of newly diagnosed pituitary tumors. Dtsch Arztebl Int 2021; 118: 237–43. DOI: 10.3238/arztebl.m2021.0015

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter:
www.aerzteblatt-international.de

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Innere Medizin/Endokrinologie, DKD-Helios Klinik Wiesbaden: Dr. med. Cornelia Jaursch-Hancke
Medicover Oldenburg MVZ: PD Dr. med. Timo Deutschbein
Medizinische Klinik I, Lehrstuhl Endokrinologie und Diabetologie, Universitätsklinikum Würzburg: Prof. Dr. med. Martin Fassnacht, PD Dr. med. Timo Deutschbein
Neurochirurgische Klinik, Johannes Wesling Klinikum Minden: PD Dr. med. Ulrich J. Knappe
Institut für Neuropathologie, Universitätsklinikum Hamburg: Prof. Dr. med. Wolfgang Saeger
Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie, Uniklinikum Hamburg-Eppendorf: Prof. Dr. med. Jörg Flitsch
Übliche Diagnostik und Therapie von Hypophysentumoren
Grafik
Übliche Diagnostik und Therapie von Hypophysentumoren
Leitsymptome/klinische Aspekte von Hypophysentumoren
Kasten 1
Leitsymptome/klinische Aspekte von Hypophysentumoren
Obligate Laborparameter bei Erstdiagnose eines Hypophysentumors
Kasten 2
Obligate Laborparameter bei Erstdiagnose eines Hypophysentumors
Tumoren der Hypophyse und der Sellaregion im deutschen Hypophysentumorregister 1996–2005
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