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GOÄ-Ratgeber: Abrechnung der Tumeszenz-Lokalanästhesie nach GOÄ

Heck, Beate

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Bei der Tumeszenz-Lokalanästhesie (TLA) handelt es sich um eine Regionalanästhesie der Haut und des subkutanen Fettgewebes, die zum Beispiel bei der Liposuktion oder bei phlebologischen Eingriffen eingesetzt werden kann. Hierfür wird ein verdünntes Lokalanästhetikum subkutan injiziert. Die Verdünnung ermöglicht es, große Volumina zu verabreichen und dadurch eine ausgedehnte Lokalanästhesie zu erzielen.

Für die Abrechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) stellt sich die Frage, ob die Tumeszenz-Lokalanästhesie eine Modifikation einer in der GOÄ bereits enthaltenen Leistung darstellt oder ob ein Fehlen dieser Leistung in der GOÄ zu einer analogen Abrechnung nach § 6 Abs. 2 GOÄ berechtigt. Im Kapitel D. „Anästhesieleistungen“ der GOÄ steht für die Anästhesie großer Bezirke durch Infiltration eines Lokalanästhetikums die Gebührenposition 491 GOÄ – Infiltrationsanästhesie großer Bezirke auch – Parazervikalanästhesie – zur Verfügung. Genau diese Leistung wird mit der Tumeszenzanästhesie erbracht, auch wenn in diesem Fall große Volumina eines verdünnten Lokalanästhetikums verwendet werden. In der Leistungslegende der Nr. 491 GOÄ werden als Kriterien zur Abrechnung jedoch weder die Menge des verwendeten Lokalanästhetikums noch die Anzahl der hierfür erforderlichen Injektionen benannt. In der Leistungslegende wird als Kriterium allein die Ausdehnung des Bezirks genannt, sodass geschlussfolgert werden kann, dass es sich bei der TLA um eine Modifikation der Leistung nach Nr. 491 GOÄ handelt und somit ein analoger Ansatz nach § 6 Abs. 2 GOÄ ausscheidet. Nach gefestigter Rechtsauffassung kann die Nr. 491 GOÄ bei mehreren erforderlichen Injektionen zur Anästhesie eines großen Bezirkes nur einmal angesetzt werden. Dies schließt jedoch nicht aus, dass in einer Sitzung verschiedene große Bezirke anästhesiert werden und Nr. 491 GOÄ in diesem Fall auch je großem Bezirk in Ansatz gebracht werden kann. Als ein großer Bezirk kann zum Beispiel der Bereich einer Lokalanästhesie zur Implantation eines Herzschrittmachers angesehen werden. Ein durch die Infiltration von größeren Volumina entstehender zeitlicher Mehraufwand kann über den Steigerungssatz abgegolten werden. Dr. med. Beate Heck

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