szmtag Diagnose und Therapie der Gicht: Vermeidung von Exazerbationen
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LNSLNS Für die klinische Praxis der Therapie und Prophylaxe der Gichtarthritis möchten wir ergänzende Hinweise geben, die aus unserer Erfahrung und Kenntnis der Literatur die Behandlung optimieren.
Eine harnsäuresenkende Therapie durch Urikostatika (Allopurinol) oder Urikosurika (Benzbromaron) verursacht ein Ungleichgewicht der Harnsäurehomeostase zwischen Blut und Gewebe. Bei Senkung des Harnsäurespiegels im Blut wird Harnsäure aus dem Gewebe mobilisiert. Die Phagozytose der freigesetzten Harnsäurekristalle durch Granulozyten kann zu einer inflammatorischen Reaktion führen und einen Gichtanfall auslösen. Aus diesen pathophysiologischen Überlegungen ergeben sich unmittelbare Konsequenzen für die Dauertherapie der Hyperurikämie. Eine harnsäuresenkende Therapie sollte erst dann begonnen werden, wenn die akute Gichtarthritis völlig abgeklungen ist, um eine Exazerbation der Symptomatik zu vermeiden.
Mit Beginn einer harnsäuresenkenden Therapie kann es bei 10 bis 25 Prozent der Patienten zu gehäuften Gichtattacken kommen (1, 2). Zur Vorbeugung dieser Attacken sollte deshalb die Dosis von Allopurinol langsam gesteigert werden, um einen raschen Abfall des Harnsäurespiegels im Blut zu vermeiden. Zum anderen werden nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) in niedriger Dosis (zum Beispiel Diclofenac zweimal 25 bis 50 mg/Tag) oder Colchizin (zweimal 0,5 mg/Tag) bei Patienten mit normaler Nierenfunktion häufig als Prophylaxe eines Arthritisrezidivs für drei bis sechs Monate eingesetzt. Dieses Konzept kann jedoch im Hinblick auf die potenzielle Toxizität von Colchizin und der NSAR nicht uneingeschränkt empfohlen werden. Die Prophylaxe ist allerdings bei einem Rezidiv der Gichtarthritis zu Beginn der harnsäuresenkenden Therapie sinnvoll (3).

Literatur
1. Fam AG: Alternate urate-lowering drugs and the management of hyperuricemia in allopurinol-intolerant patients. Int J Adv Rheumatol 2003; 1: 122–129.
2. Ferraz MB: An evidenz based appraisal of the management of nontopheous interval gout. J Rheumatol 1995; 22 1618–1619.
3. Terkeltaub RA: Gout. N Engl J Med 2003; 349: 1647– 1655.

Priv.-Doz. Dr. med. Lars Köhler
Prof. Dr. med. Henning Zeidler
Priv.-Doz. Dr. med. Jens G. Kuipers
Medizinische Hochschule Hannover
Abteilung Rheumatologie
Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover
E-Mail: Koehler.Lars@MH-Hannover.de

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