ArchivRechercheMarburger Bund: Unärztliches Handeln
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Der MB lehnt die Verabschiedung eines Gesetzes zur aktiven Sterbehilfe entschieden ab. Foto: Bernhard Eifrig
Der MB lehnt die Verabschiedung eines Gesetzes zur aktiven Sterbehilfe entschieden ab. Foto: Bernhard Eifrig
„Für ein Sterben in Würde“ ist die Überschrift Ihres Artikels. Aber: der Marburger Bund hat sich auf dieser Versammlung nach diesem Bericht gegen ein Sterben in Würde entschieden. Frau Justizministerin Zypries – hat sie als Frau eher einen Blick der Achtung für die Wünsche von Patienten im Fall von zum Tode führendem Siechtum? – stellte der Versammlung ihre Einschätzung von Patientenwillen, Patientenautonomie vor. Dagegen setzte Herr Kollege Montgomery seine Begriffe von Entscheidungshoheit über den Behandlungsverlauf, sprach vom absoluten Vorrang der Weiterbehandlung. Das nenne ich eine selbstherrliche, kriegerische Anmaßung zur Abwehr eines Eindringlings in sein Hoheitsgebiet. Für seine Berufsvorstellungen ist es nicht hinnehmbar, dass ein Patient, der sich gegen ärztliche Eingriffe nicht mehr wehren kann, eine Patientenverfügung zur Unterlassung von leidensverlängernden Maßnahmen für den Fall eigener Entscheidungsbehinderung ausstellt. Palliativmedizin heißt etwas ganz anderes: den Willen des Todkranken achten. Der Kardiologe Dr. Bernard Lown beschreibt in seinem Buch „Die verlorene Kunst des Heilens“ treffend die Apparate- und Profitmedizin, wie diese an der Würde und dem Willen des Patienten vorbeigeht. Leider verdient die Apparatemedizin immer noch sehr viel am Todkranken. Den Ausübenden oder Anordnern dieser Techniken über den Willen des Patienten hinweg werfe ich unärztliches Handeln vor. Ich habe ihre Opfer viele Male in meinem Beruf leiden sehen.
Dr. Dietmut Thilenius,
Zum Quellenpark 46, 65812 Bad Soden
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