ArchivRecherchePhilosophie: Weit entfernt von der Realität
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LNSLNS Die meisten Punkte in diesem Kommentar klingen gut – allerdings sind sie weit entfernt von der Realität: Mit dem neuem EBM 2000plus wird erneut die Masse bezahlt (Schein- bzw. Fallzahl) und nicht die sprechende Medizin (zumindest für Hausärzte), hier sind die Punktwerte eindeutig gekürzt worden. Was ist aber günstiger als sprechende Medizin? Somit schleicht sich doch bei aller Art von Budgetierung der Leistungen, der Verordnungen etc. erneut der Verdacht ein, dass dies nicht, wie mehrfach behauptet, zu mehr Transparenz und Gerechtigkeit führen soll, sondern dass die nächste Reform wieder eine Kürzung des ärztlichen Honorars bedeutet. Seit Jahren, bald schon Jahrzehnten wurde die GOÄ nicht angepasst, nicht einmal der Inflationsrate, was einem Reallohnverlust entspricht. Gleichzeitig werden die KV-Honorare immer bescheidener, die Arbeit aber immer mehr – auch durch die exponentiell gesteigerte Bürokratie und Dokumentationspflicht. Dies heißt letztendlich: Ärzte arbeiten immer mehr für immer weniger Geld. Unsere Ge­sund­heits­mi­nis­terin strebt einen Brutto-Gewinn von 3 000 Euro pro Arzt im Monat vor Steuer an – dies bei einer 60- bis 80-Stunden-Woche? Dies kann nicht ihr Ernst sein und ist inakzeptabel. Politiker erhöhen sich regelmäßig ihre Diäten, sitzen in Aufsichtsräten und verdienen noch einiges dazu. Warum dürfen wir Ärzte nicht unser Honorar selbst bestimmen? Wo bleiben die Vertreter unseres Standes – Ärztekammer und Kassenärztliche Vereinigungen –, die diesem entgegentreten und ggf. auf dem Klageweg für entsprechende angemessene Arbeitsbedingungen und -bezahlungen sorgen? Manch honoriger Politiker bezeichnet die Ärzte grundsätzlich als Abrechnungsbetrüger – und kommt damit ungestraft durch. Wer bezeichnet Politiker (endlich) öffentlich prinzipiell als korrupt? Führen alle Politiker schwarze Kassen? Der Sozialneid der Politiker verhindert die Frage: „Was bedeutet uns Gesundheit? Und was sind wir bereit, dafür zu bezahlen?“ – Dies muss endlich öffentlich geklärt werden, denn mit weiter sinkenden Gewinnen in Arztpraxen kann keine vernünftige Versorgung der Patienten gewährleistet werden. Denn der Sprechstundenbedarf, die Modernisierung der Praxen und das Personal kosten Geld und diese Kosten steigen! . . .
Martin F. J. Bauer, Hähnelstraße 19, 12159 Berlin
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