szmtag Obduktionen: Aus früheren Zeiten
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Foto: dpa
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Mir sind noch die Zeiten in Erinnerung, als in fast jedem (zweiten) deutschen Krankenhaus (sogar in kleinen Belegkrankenhäusern) Leichenöffnungen erfolgten, wenn die Todesursache unklar war. Der größte Teil dieser Obduktionen wurde damals von Ärzten vorgenommen, die keine Pathologen waren, jedoch sezieren konnten. (Auch ich hatte welche nach meinem Staatsexamen 1952 vorzunehmen.) Honorare bekamen diese Ärzte nur selten, allenfalls eine „Schmutzzulage“ von ca. 25 DM. Natürlich waren solche gelegentlichen Obduzenten keine erfahrenen Pathologen. Nichtsdestoweniger reichte ihre Tätigkeit aus, um die Todesursache zu finden – von sehr seltenen Fällen abgesehen. Aber eben diese wenigen Fälle veranlassten einst unsere Gesundheitsstrategen, auf Abänderungen der bisherigen Handhabung nachzusinnen . . . Alsbald wurden dann, wenn immer eine (klinische) Sektion nötig war, ein Professor mit entsprechender Mannschaft von weither bestellt. Das kostete freilich immer mehr Geld (was damals angeblich keine Rolle spielte). Auf Dauer aber überwog die Neigung, teure Obduktionen und die mit ihnen verbundenen Umständlichkeiten zu vermeiden. Wir Deutsche schritten von einer Vervollkommnung in die nächste, um schließlich in der Unzulänglichkeit zu landen (nicht nur bezüglich der Sektionsrate) . . .
Dr. Albert Ochmann,
Fürbringerstraße 18, 26721 Emden
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