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Homotoxikologie: Brückenschlag zur Schulmedizin

Henning, Gabriele

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LNSLNS Die Homöopathie ist als Naturheilverfahren in Deutschland relativ gut bekannt. Einer repräsentativen Umfrage zufolge konnten 68 Prozent aller Bundesbürger den Begriff Homöopathie begrifflich einordnen. Wie Ralf Maser, Infratest-Gesundheitsforschung, im Rahmen eines Pressegesprächs der Firma Heel in Baden-Baden erklärte, sind 59 Prozent der Befragten auch bereit, entsprechende Mittel zu verwenden. Allerdings haben nur 12 Prozent ihren Arzt jemals auf derartige Behandlungsmöglichkeiten angesprochen. Die Anwendung von homöopathischen Einzelmitteln erfordert vom Arzt jedoch sehr genaue Kenntnisse zum Prinzip dieses Verfahrens, das "Ähnliches mit Ähnlichem" heilt, wie Dr. Gerhard Reiß (Thüngen) einräumte. Bei homöopathischen Komplexmitteln vereinfacht sich der Einsatz: So fällt beispielsweise das Repertorisieren weg.
Als besondere Form der Homöopathie und Bindeglied zwischen ihr und der Schulmedizin versteht sich die Homotoxikologie. Sie interpretiert Krankheit als inneren Abwehrkampf gegen Homotoxine (endogene und exogene Toxine). Nach dem Urheber dieser Methode, Hans-Heinrich Reckeweg (1905–1985), kommt es dann zur Krankheit, wenn elementare Regulationsvorgänge im Körper blockiert sind und die Neutralisation oder Eliminierung von Homotoxinen behindert wird.
Die Wiederherstellung des gestörten Stoffwechselgleichgewichts war für Reckeweg das therapeutische Ziel. Dazu entwickelte er homöopathische Kombinationspräparate, sogenannte Antihomotoxika, die über eine Aufhebung der Regulationsblockaden zur Homotoxinausleitung und somit zur Heilung führten. Weil diese Kombinationspräparate indikationsbezogen eingesetzt werden können, sind sie auch für den naturheilkundlich weniger erfahrenen Arzt einsetzbar mit dem Vorteil der guten Verträglichkeit.
Indikationen für die antihomotoxischen Arzneimittel sind zum Beispiel chronische Zivilisationskrankheiten wie Rheuma, weiterhin sind es psychosomatische Störungen, akute Beschwerden wie leichte Sportverletzungen (zum Beispiel Traumeel®), Allergien, Infektanfälligkeit, Hauterkrankungen, Schwindel (zum Beispiel Vertigoheel®), Tinnitus und Migräne, die auf eine derartige Therapie ansprechen.


Entlastung des Budgets
Die Verordnung von Antihomotoxika bietet Kostenvorteile für das Gesundheitswesen. John J. Kaemmer (Baden-Baden) sieht die Zukunft der Homotoxikologie positiv. "Als wirksame Alternativtherapie bei geeigneten Indikationen trägt ihre Verschreibung deutlich zur Reduzierung der Arzneimittelkosten bei", betonte er. So liegen die Tagestherapiekosten teilweise zwischen 30 und 50 Prozent unter den Kosten von Festbetragspräparaten. Mit dem hohen Aufkommen chronischer Erkrankungen und der wachsenden Anzahl multimorbider älterer Patienten in der Bevölkerung sind häufig auch multimedikamentöse Therapieschemata notwendig. Die Kombination verschiedener antihomotoxischer Präparate miteinander oder zusammen mit schulmedizinischen Medikamenten erweitert das Behandlungsspektrum, da nicht mit Neben- und Wechselwirkungen zu rechnen ist. Daß auch darin ein hohes Potential zur Kostendämpfung steckt, zeigt die Statistik. Danach werden allein 40 Prozent der verordneten Medikamente aufgrund iatrogener Schäden eingesetzt. Gabriele Henning

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