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Welt-AIDS-Tag: Wissenschaftliche Kräfte bündeln

Henning, Gabriele

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LNSLNS Die HIV-Erkrankung gehört zu den wichtigsten Herausforderungen der Infektiologie. Nach Schätzungen sind weltweit derzeit 26 Millionen Menschen infiziert, davon etwa zwei Millionen in den Industriestaaten. Die Bewältigung der im Zusammenhang mit der Erkrankung AIDS auftretenden Probleme erfordert auch in Deutschland eine Lobby, die sowohl im Interesse der Betroffenen agiert als auch die Möglichkeiten des öffentlichen Gesundheitswesens berücksichtigt. Ihre Aufgabe beinhaltet sowohl die Erstellung von Präventionsprogrammen und Prophylaxemaßnahmen - zum Beispiel für den Arbeitsbereich - als auch von Therapieempfehlungen und Richtlinien.


Um dies in Deutschland zu erreichen", so der neue Vorsitzende der Deutschen AIDS-Gesellschaft e. V., Dr. Norbert Brockmeyer (Universität Essen), "muß eine der wichtigsten Zielsetzungen die Bündelung aller wissenschaftlichen Fachrichtungen sein, die sich mit der HIV-Infektion und der Erkrankung AIDS auseinandersetzen." Dazu gehören die klinisch-medizinischen Bereiche, die Pharmazie und auch die biomedizinische und biostatische Grundlagenforschung. Als Meilenstein für Kooperation und aktive Zusammenarbeit steht die Fusion von DAIG und der "Klinischen Arbeitsgemeinschaft AIDS Deutschland" (KAAD). Ihr Vorsitzender Dr. Keikawus Arasteh (Berlin) sieht breit angelegten Informationsbedarf hinsichtlich der therapeutischen Alltagswirklichkeit für viele niedergelassene AIDS-Behandler. Die Studiensituation repräsentiere nicht den Praxisalltag. Hochdifferenzierte Therapiekonzepte erfordern laut Arasteh eine optimale Patientenführung und ein Minimum von 95 Prozent Compliance.


Vor dem Hintergrund, daß sich die antiretrovirale Kombinationstherapie in den letzten Jahren zu einer komplexen Behandlungsmethode entwickelt hat, wird die DAIG eigene Behandlungsrichtlinien für Deutschland auch über Internet zur Verfügung stellen (http://daig.net). Mit den sequentiellen Monotherapien und ReverseTranskriptase-Zweifachkombinationen der Jahre 1987 bis 1995 konnte das zentrale therapeutische Problem - die Resistenzentwicklung - nicht dauerhaft verhindert werden. Laut Brockmeyer scheint mit den seit 1996 verfügbaren Dreifachkombinationen unter Einschluß der Protease-Inhibitoren eine langfristige Unterdrückung von Resistenzen möglich zu werden: "Damit ist eine neue Qualität der Behandlung entstanden, die der ärztlichen Entscheidung eine neue Qualität der Verantwortung verleiht." Die dazu nötige Erfahrung besitzen bisher jedoch nur Mediziner, die überwiegend HIV-Infizierte betreuen. Gabriele Henning

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