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Vom Arztdasein in Amerika

Vom Arztdasein in Amerika

Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Dr. Peter Niemann über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.

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Vom Arztdasein in Amerika

Amerikaner sterben noch früher

Montag, 4. März 2019

Eine schlechte Nachricht wurde im Dezember 2018 veröffentlicht. Die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC (die Abkürzung steht für „Zentrum zur Krankheits-begrenzung“) hatte wichtige Zahlen zur Gesundheit der Amerikaner für das Jahr 2017 bekannt gegeben, wobei die einfachste aber auch aussagekräftigste Zahl die der durchschnittlichen Lebenserwartung ist. Sie war zum dritten Mal in Folge gesunken. Nach ihrem Höhepunkt im Jahr 2014 mit einem bisherigen Höchstwert von 78,9 Lebensjahren war sie über 78,7 (2015) auf 78,6 (2016 und 2017) gesunken. Rundungs­bedingt wirken die Jahre 2016 und 2017 gleich, aber das ist ein mathe-matisches Phänomen, denn tatsächlich hat die durchschnittliche Lebenserwartung zwischen 2016 und 2017 abgenommen, wie ein Blick auf einige Detailzahlen der CDC offenbart.

Am deutlichsten kam es hierbei zur Zunahme der Sterbefälle (halb-)junger weißer Amerikaner, wobei „jünger“ die Alterskohorten zwischen 24 und 45 Jahren meint. Auch weiße Amerikanerinnen und schwarze amerikanische Männer erfuhren eine Steigerung ihrer Sterblichkeitsraten, aber nicht so deutlich wie eben jene Alterskohorten weißer Amerikaner. An erster Stelle zeichnen gestiegene Selbstmord- und Unfallraten verantwortlich, wobei vor allem illegale Drogen hinter diesem Phänomen stecken. Diese Menschen sind Opfer einer Drogenepidemie, und das schlägt sich in der Gesamtstatistik nieder.

Doch wie löst man dieses Problem? Präsident Obama hat es nicht lösen können und bisher auch nicht Präsident Trump. Weitet man die Methadonprogramme aus? Baut man eine Mauer, damit Drogen nicht mehr so leicht aus Mexiko kommen können? Vergrößert man die Drogenbekämpfungsinstitute? Sensibilisiert man neben Ärzten, Krankenpflegern und Rettungssanitätern auch noch die Bevölkerung für das Thema Drogen?

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Das überlasse ich der Politik, aber aus erster Hand kann ich bestätigen, dass das Drogenproblem wirklich ein täglich zu greifendes ist. Ich hoffe, es wird bald gelöst und die Lebenserwartung steigt wieder an. Wie ich in meinem aktuellen Buch schreibe: Jeder hat das Recht, 100 Jahre alt zu werden und dabei gesund zu bleiben.

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