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Vom Arztdasein in Amerika

Vom Arztdasein in Amerika

Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Dr. Peter Niemann über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.

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Vom Arztdasein in Amerika

Ist das Maximalgehalt als Internist erreicht?

Donnerstag, 28. Februar 2019

Gerüchte gehen um, dass im Jahr 2018 zum ersten Mal seit acht Jahren das Durchschnittsgehalt eines internistischen Stationsarztes in den USA gesunken sei. Manche sprechen von einer Abnahme um Werte von bis zu 15 Prozent. Natürlich haben andere Fachrichtungen Steigerungen erfahren und das Verdienstniveau eines internistischen Facharztes war und ist weiterhin sehr hoch, dennoch machen sich tatsächlich unter meinen Kollegen eine Art Wehmut und sogar Irritation darüber breit, dass das Wachstum nicht einfach anhält.

Ich kann dieses Phänomen übrigens in persönlichen Gehaltsverhandlungen merken – was ich vor wenigen Jahren noch erhalten hätte, gilt heutzutage schon als überzogen. Ich bin auf das Niveau von 2014 wieder zurückgefallen und sehe voraus, dass ich das bald unterschreiten muss. Während früher meine Forderungen tage- oder wochenlang intern diskutiert wurden, selbst wenn sie völlig überzogen waren (was ich ab und an aus Neugierde probierte), erhielt ich jüngst innerhalb einer halben Stunde eine Absage für eine eher bescheidene Forderung. Meine Einzelbeobachtungen scheinen diese Gerüchte also zu bestätigen.

Noch gibt es keine offiziellen Zahlen und deshalb bitte ich es mir nachzusehen, wenn ich keine präsentieren kann. Aber ich bin mir sicher, dass sich dieses Gerücht bestätigen wird, denn es war nur eine Frage der Zeit, bis die Flutung des ärztlichen Arbeitsmarktes mit zusätzlichen Arbeitskräften in Form von Telehospitalisten und ärztlich tätigen Krankenschwestern Wirkungen zeitigen würde. Ich persönlich hatte damit schon früher gerechnet, bin also nicht ganz unvorbereitet.

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Dieser Trend günstiger werdender Internisten ist auch gut für andere Gruppen, gerade diejenigen, die dafür zahlen. Das sind an erster Stelle große Kranken­versicherungsunternehmen und Krankenhäuser, wobei ich auch hoffe, dass diese Ersparnisse an die Patienten weitergegeben werden. Realistischerweise wird das nicht eintreten.

Da ärztliche US-Gehälter weiterhin auf sehr hohem internationalen Niveau sind, ist diese Entwicklung auch nicht weiter beunruhigend, sondern war sogar vorher­zusehen. 2019 wird dieser Trend wohl weitergehen, doch was passiert danach?

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