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Vom Arztdasein in Amerika

Vom Arztdasein in Amerika

Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Dr. Peter Niemann über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.

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Vom Arztdasein in Amerika

Immer weniger ausländische Ärzte

Montag, 17. Juni 2019

Ich möchte den Leser darauf verweisen, wie unterschiedlich derzeit die Entwicklungen in Deutschland und den USA hinsichtlich der Ärzteschaft sind. In Deutschland eilt der Anteil der ausländischen Ärzte von Rekord zu Rekord, steigt also jedes Jahr an. Selbst in jenen Regionen, in denen, glaubt man vielen Medien, eher ausländerkritische Menschen leben, wie zum Beispiel Sachsen-Anhalt, arbeiten mittlerweile mehr als 20 Prozent ausländische Krankenhausärzte. Als Quelle verweise ich auf den Mitteldeutschen Rundfunk.

Was sagt das über das deutsche Gesundheitswesen aus? Wandern hier vor allem kanadische, schwedische und japanische Ärzte zu, weil das Arbeitsumfeld wissenschaftlich spannend und die Bezahlung hoch ist? Natürlich nicht, denn die Ärzte stammen vor allem aus Niedriglohnländern, und in Sachsen-Anhalt stehen an erster Stelle Rumänien und Syrien.

Wie sieht dagegen die Entwicklung in den USA aus? Hier ist sie eine andere: Es wandern immer weniger ausländische Ärzte ein, und der Bedarf wird zunehmend von Inländern gedeckt. So ist beispielsweise im dritten Jahr in Folge die Zahl der Neuärzte zwar insgesamt gestiegen, aber dabei hat der Anteil der Ausländer sowohl in relativen als auch absoluten Zahlen abgenommen.

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Übrigens kommen auch hier die Ärzte aus Niedriglohnländern, das hat aber damit zu tun, dass in kaum einem anderen Land dieser Welt die Ärzte so gut bezahlt werden. Alle anderen Ländern sind sozusagen Niedriglohnländer, ob nun Großbritannien, Polen oder Kanada. An erster Stelle der Herkunftsländer stehen übrigens Kanada, Indien und Pakistan.

Es könnte seitenweise über die Ursachen und Schlussfolgerungen hinsichtlich dieser Statistiken geschrieben werden, doch Interpretationen von Zahlen sind letztlich politisch gefärbt und sagen mehr über die Interpretierenden als die Fakten aus. Deshalb überlasse ich es jedem Einzelnen, seine eigenen Schlüsse zu ziehen, kann aber aus persönlicher Erfahrung bestätigen, dass eine Renationalisierung und Drosselung des Zuzuges von Ausländern seit einigen Jahren in den USA stattfindet. Und das nicht nur bei den Ärzten, sondern auf fast allen Gebieten.

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