Vom Arztdasein in Amerika

Vom Arztdasein in Amerika

Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Dr. Peter Niemann über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.

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Vom Arztdasein in Amerika

Günstige Fortbildung

Mittwoch, 26. Juni 2019

Den Kontakt zum deutschsprachigen Raum habe ich nie verloren und möchte ich auch nie verlieren. Deutschland ist meine Heimat, wobei ich mich auch sehr wohl in den anderen und sehr schönen deutschsprachigen Ländern wie der Schweiz, Österreich oder Luxemburg fühle. Darüber hinaus sind wir gerade auch auf medizinischem Gebiet weltweit mit an der Spitze, und so nutze ich jedes Jahr die Möglichkeit, an einer oder mehreren deutschsprachigen Fortbildungen teilzunehmen.

Sei es ein Hypnose- oder Akupunkturkurs, Ultraschallseminare oder tatsächliche Medizinkongresse, ich gehe Jahr um Jahr in den verschiedensten Winkeln des deutschsprachigen Raumes (vor allem aber in Deutschland) auf Fortbildungen. Inhaltlich sind sie auf hohem Niveau, und ich genieße den Kontakt mit anderen deutschsprachigen Kollegen.

Nun fällt mir auf, dass diese Kurse im Vergleich zu amerikanischen deutlich günstiger sind. Während die Fortbildungspreise Jahr um Jahr stark in den USA steigen, scheinen sie in Deutschland aus meiner Sicht eher zu stagnieren.

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Einige Beispiele: So zahle ich für einen dreitägigen Ultraschallkurs oft Preise jenseits der 1.000 US-Dollar, während ich einen vergleichbaren für den halben Preis in Deutschland kriege. Noch dazu kostet ein Hotelzimmer oft 150 bis 200 US-Dollar pro Nacht, während die Preise in der BRD bei knapp der Hälfte liegen. Ein 200-stündiger Akupunkturkurs ist für 3.000 bis 4.000 Euro zu haben, während ein inhaltlich ihm ähnelnder die 10.000-US-Dollar-Grenze in den USA überschreitet. Es gibt viele weitere Beispiele, und selbst die Schweiz wirkt nicht besonders teuer auf mich (darf man das überhaupt schreiben? Wenn ich das Schweizern erzähle, wirken sie manchmal etwas verschnupft).

Woran liegt dieser deutliche Unterschied? Daran, dass deutsche Ärzte weniger als amerikanische verdienen? Weil in den USA viele Ärzte ein Jahresbudget von oft 6.000 US-Dollar haben, welches sie nur für Fortbildungen ausgeben können und es bei Nichtgebrauch verfällt? Weil die USA im allgemeinen teurer sind?

Am Inhalt liegt es meines Erachtens nach nicht. Auch nicht an den eingesetzten Technologien oder den Referenten, die oftmals hochkarätig in Deutschland sind. So bin ich dankbar, dass diese Kurse nicht nur sehr gut, sondern auch aus meiner Sicht günstig sind, und ich bitte Sie, liebe Leserin und lieber Leser, nicht überrascht zu sein, wenn Sie mich einmal in einem Fortbildungskurs antreffen.

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