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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Kalorienrestriktion nützt auch schlanken Menschen

Montag, 19. August 2019

Weniger essen bedeutet gesünder und vielleicht auch länger leben. Was an Fadenwurm, Fruchtfliege, Ratten und Halbaffen experimentell belegt werden konnte, gilt möglicher­weise auch für den Menschen. Die zeigen die Ergebnisse der randomisierten CALERIE-Studie („Comprehensive Assessment of Long-term Effects of Reducing Intake of Energy“).

Die Studie des US-National Institutes of Health hat über zwei Jahre untersucht, wie gesunde schlanke (oder leicht übergewichtige) Menschen auf eine Restriktionsdiät reagieren. Die Teilnehmer waren zwischen 21 und 50 Jahre alt. Sie hatten zu Beginn einen Body-Mass-Index von 22 bis 28 kg/m2. Zwei Drittel wurden gebeten, ihre Kalo­rienzufuhr über zwei Jahre um 25 Prozent zu senken. Die anderen sollten ihren Ernährungsstil beibehalten.

Am Ende hatte die Interventionsgruppe das Ziel nicht ganz erreicht. Statt 25 Prozent hatten sie nur 11,9 Prozent der Kalorien eingespart. Statt im Mittel 2.467 Kilokalorien hatten sie täglich 2.170 Kilokalorien zu sich genommen.

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Doch der Unterschied von etwa 300 Kilokalorien am Tag hat Wirkung gezeigt. Die Teil­nehmer verloren über zwei Jahre nicht nur im Mittel 7,5 kg an Gewicht (davon 5,3 kg Fettgewebe). Laut Studienleiter William Kraus von der Duke Universität in Durham/North Carolina haben sich auch sämtliche kardiometabolischen Stoffwechselparameter ver­bessert. Dazu gehörten HDL-Cholesterin und LDL-Cholesterin, Triglyzeride, Insulinsen­sitivität und Nüchternglukose sowie das C-reaktive Protein.

Es gebe kein Medikament, das derart tiefgreifende Effekte auf ein so breites Spektrum von kardiometabolischen Risikofaktoren erzielt, schreibt Kraus.

Zwei Jahre waren zu kurz und die Teilnehmerzahl zu gering, um die Auswirkungen auf die Häufigkeit von Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu untersuchen. Alles deutet jedoch darauf hin, dass bereits eine leichte Kalorienrestriktion auf Dauer den Gesundheitszustand verbessert.

Die Diät ist dabei keine übermenschliche Aufgabe. Die 300 Kilokalorien entsprechen laut Kraus etwa sechs der in den USA beliebten „Oreo Cookies“. Wer bei den Mahlzeiten auf normale Portionen achte, auf die üblichen kleinen Naschereien zwischendurch und nach dem Abendessen auf Snacks vor dem Fernseher verzichte, könnte etwas Nachhaltiges für seine Gesundheit erreichen.

Leserkommentare

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Avatar #708577
SilkyZen
am Montag, 2. September 2019, 15:05

Spaß

Spaß kann man auch ohne Essen generieren! Es gibt noch andere Dinge die Spaß machen und dafür nicht krank.
Avatar #735550
rp__bt
am Montag, 19. August 2019, 18:40

Genau!

Das Leben darf ja keinen Spaß machen!
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