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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Greifen Parfums und andere Duftstoffe die Gesundheit an?

Dienstag, 1. Oktober 2019

Duftstoffe sind allgegenwärtig. Sie sind nicht nur in Parfums und Deos enthalten. Die meisten Reinigungsmittel, Waschmittel, Weichspüler, Seifen und Körperpflegemittel sind mit künstlichen Aromastoffen versetzt. In Hotels und Konferenzzentren sorgen Lufterfrischer für einen angenehmen Geruch. Zuletzt hat die Wiener U-Bahn untersuchen lassen, ob sich die Passagiere in parfümierten Abteilen wohler fühlen.

Nicht allen Menschen gefällt dies. Viele fühlen sich durch die allgegenwärtigen Duftstoffe gestört, und nicht wenige machen sie für Gesundheitsprobleme verantwortlich. In einer repräsentativen Umfrage, die ein Team um Anne Steinemann von der Universität Melbourne in den USA, Australien, Großbritannien und Schweden durchführen ließ, gaben 34,7 %, 33 %, 27,8 % beziehungsweise 33,1 % der Befragten an, dass sie „gesundheitliche Probleme“ erfahren, wenn sie Duftstoffen ausgesetzt sind.

Am häufigsten fühlten sich die Befragten durch Lufterfrischer und Deos (17,4 %), parfümierte Wäscheprodukte aus einem Trockner (7,6 %) oder in Räumen beeinträchtigt, die kürzlich mit parfümierten Produkten gereinigt wurden (15,7 %). Auch die Nähe zu parfümierten Menschen (20,1 %) oder andere Arten von parfümierten Produkten (18,6 %) lösen nach der Umfrage offenbar bei vielen Menschen mehr als Unbehagen aus.

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Als häufigste Symptome wurden Atemprobleme (16,7 %), Schleimhautbeschwerden (13,2 %), Migräneanfälle (12,6 %), Hautprobleme (9,1 %), Asthmaanfälle (7,0 %) und neurologische Probleme (5,1 %) genannt. 9 % der Befragten gaben an, dass die Duftstoffe am Arbeitsplatz sie im letzten Jahr schon einmal so krank gemacht hätten, dass sie einen Arbeitstag verpasst hätten. Einige gaben an, dass sie wegen der Düfte öffentliche Toiletten meiden, dort keine Seifen mehr verwenden oder dass sie schon einmal Einkaufsgeschäfte wegen der Düfte verlassen hätten.

Die Häufigkeit der Beschwerden dürfte die meisten Ärzte überraschen. Duftstoffe sind zwar nach Nickel die zweithäufigste Ursache von Kontaktallergien. Die Prävalenz von Duftstoffallergien kann jedoch das hohe Beschwerdeniveau in der Umfrage nicht erklären. Tatsache ist aber auch, dass die Exposition mit Duftstoffen zugenommen hat. Unter den flüchtigen organischen Substanzen (VOC), die die Atemwege der Menschen erreichen, sind sie nach den Abgasen aus Verkehr und Heizungen die zweithäufigste Exposition.

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Spritzendorfer
am Dienstag, 8. Oktober 2019, 08:31

Bayerische Ge­sund­heits­mi­nis­terin ignoriert Auswirkungen auf die "Atemwege"

Zitat:
"Nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen führt die Exposition gegenüber luftgetragenen Duftstoffen, einschließlich solcher mit hautsensibilisierender Potenz (Kontaktallergene), weder zu einer allergischen Sensibilisierung der Atemwege noch zur Auslösung allergischer Reaktionen im Respirationstrakt. " (Schreiben des Ministeriums an EGGBI).
Solange selbst "Ge­sund­heits­mi­nis­ter" keinen Handlungsbedarf zum Schutz von Duftstoffallergikern sehen, werden diese weiterhin "Beduftungen" in allen Lebensbereichen ausgesetzt sein! Mehr Infos zu "Duftstoffallergien": http://www.eggbi.eu/fileadmin/EGGBI/PDF/Duftstoffallergiker_und_Beduftungen.pdf
LNS
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