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Krebserkrankungen der Kinder und Belastungen der Eltern

Mittwoch, 16. September 2020

Die Diagnose einer Krebserkrankung bei ihrem Kind stellt Eltern vor außerordentliche Belastungen, an denen die eine oder andere Ehe scheitern könnte. Eine Zunahme von Trennungen oder Scheidungen war in einer bevölkerungsbasierten Kohortenstudie aus Dänemark jedoch nicht erkennbar.

Da die Einwohner Dänemarks in verschiedenen Registern die gleiche persönliche Identifikationsnummer haben, können Epidemiologen relativ leicht Fragen beantworten, die sonst einen erheblichen Aufwand erforderlich machen würden mit der Aussendung von Fragebögen, die erfahrungsgemäß von einer Minderheit zurückgeschickt werden.

Luzius Mader von der dänischen Krebsgesellschaft nutzte die Möglichkeit, um die Auswirkung einer pädiatrischen Krebserkrankung auf die Eltern zu untersuchen. Die Nachricht einer lebensbedrohlichen Erkrankung bei ihrem Kind dürfte für viele Eltern zu den schlimmsten Erfahrungen gehören. Hinzu kommt, dass sich die Behandlung häufig über mehrere Jahre hinzieht, in denen Ungewissheit über den Ausgang der Erkrankung besteht. Und auch bei einer Heilung müssen die Familien mit den Spätfolgen von Erkrankung und Behandlung zurecht kommen.

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Halten die Beziehungen der Eltern diesem Druck stand? In Dänemark ist dies offenbar der Fall. Die Analyse von Mader ergab, dass Trennungen und Scheidungen bei den Eltern von krebskranken Kindern sogar seltener waren als in einer Kontrollgruppe von vergleichbaren Familien, in denen es keine Krebserkrankung gab.

Mader ermittelt für Trennungen eine Hazard Ratio von 0,96, die mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,93 bis 0,99 sogar signifikant war. Scheidungen traten in Familien mit einem krebskranken Kind bei einer Hazard Ratio von 0,92 (0,87 bis 0,97) ebenfalls seltener auf als bei Vergleichseltern.

Dies mag an den Hilfsangeboten liegen, die der dänische Staat den Betroffenen anbietet. Viele Kliniken verfügen über Sozialarbeiter und Psychologen. In den Kommunen gibt es Angebote zur Eheberatung.

Es gibt allerdings auch Risikogruppen, denen es schwer fällt, die Krisen, die durch eine Krebserkrankung der Kinder ausgelöst werden, zu bewältigen. Dazu gehören jüngere Eltern (unter 45 Jahre), ein niedriges Ausbildungsniveau oder eine Arbeitslosigkeit. In diesen Gruppen konnte Mader auch in Dänemark einen Anstieg der Trennungen und Scheidungen der Eltern nach der Krebserkrankung der Kinder nachweisen.

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