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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Mehr Sport und weniger Fernsehen können vor obstruktiver Schlafapnoe schützen

Dienstag, 9. November 2021

Die moderne Lebensweise hat zu einer Zunahme von Schlafstörungen geführt, die durch periodische Atemstillstände (Apnoe) während der Nachtruhe gekennzeichnet sind. Die Entspannung der Muskulatur im hinteren Rachenraum hat einen wiederholten Kollaps der Atemwege zur Folge, der nach kurzer Zeit durch einen verstärkten Atemantrieb beendet wird, zu dem es infolge einer Abnahme der Sauerstoffsättigung im Blut kommt. Menschen mit obstruktiver Schlafapnoe erleiden dies in jeder Nacht 15 Mal pro Stunde oder häufiger.

Die Ursachen der Erkrankung, unter der weltweit schätzungsweise etwa 1 Milliarde Erwachsene im Alter von 30-69 Jahren leiden, sind nicht bekannt. Epidemiologische Studien haben Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen und Asthma-Erkrankungen als Risikofaktoren ermittelt, die jedoch nur einen Teil der Erkrankungen erklären.

Bewegungsmangel und eine sitzende Tätigkeit sind weitere plausible Pathomechanismen, da eine mangelnde Fitness die Muskeln im Mund- und Rachenbereich schwächen könnte.

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Ein Team um Tianyi Huang vom Brigham and Women's Hospital in Boston hat den möglichen Zusammenhang an den Daten der beiden Nurses' Health Studies und der Health Professionals Follow-up Study untersucht. Die fast 140.000 Teilnehmer der 3 großen prospektiven Studien werden regelmäßig nach ihren Lebensgewohnheiten und Krankheiten befragt.

Während einer Nachbeobachtungszeit von 10 bis 18 Jahren sind 8.733 Teilnehmer neu an einem obstruktiven Schlafapnoesyndrom erkrankt. Bei Männern und Frauen im mittleren Lebensalter, die sich regelmäßig mit einem zusätzlichen Energieverbrauch von 36 MET sportlich betätigten, trat die Erkrankung zu 54 % seltener auf.

Das MET (metabolisches Äquivalent) bezieht sich auf den Stoffwechsel eines Menschen in Ruhe. Ein Plus von 36 MET in der Woche entspricht in etwa 3 Stunden Jogging, das ist die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene sportliche Aktivität.


Der positive Effekt durch sportliche Tätigkeiten geht jedoch durch lange Zeiten vor dem Fernseher (oder anderen „gechillten“ Tätigkeiten) wieder verloren. Teilnehmer, die in ihrer Freizeit pro Woche mehr als 28 Stunden vor dem Fernseher verbrachten, hatten ein um 78 % erhöhtes Risiko, an einer obstruktiven Schlafapnoe zu erkranken. Auch Berufe mit überwiegend sitzender Tätigkeit erhöhten das Risiko um 49 %.

Dass das Sitzen vor dem Fernseher das größere Risiko ist, könnte daran liegen, dass viele Menschen vor dem Fernseher gerne naschen und Alkohol trinken, was auf der Arbeit eher unerwünscht ist. Die beim Snacken aufgenommenen Kalorien führen zur Gewichtszunahme, was die Entwicklung der obstruktiven Schlafapnoe noch beschleunigt.

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