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Von embryonaler Stammzellforschung bis Sterbehilfe – mit ethischen Themen vom Beginn bis zum Ende des Lebens werden Ärzte immer wieder konfrontiert. Gisela Klinkhammer, beim Deutschen Ärzteblatt zuständige Redakteurin für Medizinethik, setzt sich mit aktuellen Entwicklungen auseinander.

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Obama: Wohlüberlegte Stammzellforschung

Montag, 26. Januar 2009

Barack Obama muss man einfach bewundern. Er ist äußerst charismatisch, sympathisch, redegewandt und weltweit zu einem Hoffnungsträger geworden. Auch den Stammzellforschern wird seine Fortschrittlichkeit gefallen, denn während sein Vorgänger George W. Bush aus ideologischen Gründen Gelder für die Forschung an embryonalen Stammzellen blockierte, will Obama hier eine Trendwende einleiten. In den USA werden im Sommer dieses Jahres zum ersten Mal embryonale Stammzellen an Querschnittsgelähmten erprobt.

Im Sommer dieses Jahres wird die allererste Studie mit embryonalen Stammzellen am Menschen stattfinden. Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde Food and Drug Administration (FDA) hat Wissenschaftlern des Biotech-Unternehmens Geron nun genehmigt, zehn querschnittsgelähmten Patienten aus embryonalen Stammzellen gezüchtete Rückenmarkszellen zu injizieren. Der Antrag Gerons lag der Behörde schon seit längerem vor.

Die Studie solle erst einmal dazu dienen, Sicherheitsrisiken einer Therapie mit humanen embryonalen Stammzellen auszuschließen. Die Patienten werden eine einmalige Injektion in die beschädigte Stelle des Rückenmarks erhalten. Dennoch hoffen die Wissenschaftler, dass die Zellen die beschädigten Nerven der Patienten wieder zum Wachsen anregen, sodass das Gefühlsempfinden wieder hergestellt wird und womöglich sogar das Gehvermögen.

Tierversuche haben gezeigt, dass die injizierten Zellen am Verletzungsort ausreifen und Wachstumsfaktoren produzieren, die das beschädigte Gewebe in der Umgebung wieder zum Wachsen stimulieren könnten.

Doch die Hoffnung, die man in Obama gesetzt hat, muss auch für Gegner der embryonalen Stammzellforschung nicht schwinden. Denn auch in dieser Frage zeigt er sich durchaus wohlüberlegt.

Ein uneingeschränkter Befürworter der Stammzellforschung scheint er jedenfalls nicht zu sein. Er warnt nämlich durchaus vor überzogenen Erwartungen: "Es geht nicht darum, dass wir jemanden von heute auf morgen wieder zum Gehen und Tanzen bekommen möchten." Man wolle eine Verbesserung der Bewegungsfähigkeit erzielen, die mit Physiotherapie ausgebaut werden könne.  Weitere Infos in der New York Times

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