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Franz Walter Kirchner, Psychiater im norwegischen Mo i Rana, analysiert in seinem Blog das norwegische Lebensgefühl in Helgeland, dem Polarkreisgebiet zwischen Nordatlantik-Küste und schwedischem Bergland mitten in Norwegen.

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Deutsche Ärzte – guter Ruf

Dienstag, 21. April 2009

Ostern - die erste Sonne war intensiv, die Frühlingsgefühle wurden wach, und dann kam über Nacht mit vollem Einsatz der Schnee massiv zurück. Auf den es dann, so ist es in der hiesigen Klimazone, sofort regnete. Dann wieder darauf schneite es.

Ein Diskussionsthema der letzten Tage war dann auch: wann soll man von Spikes zu Sommerreifen wechseln? Es beginnt außerdem gerade eine hoffentlich kurze Jahreszeit, die keinen schönen Blick bietet.

Alle gelbe, braune und graue Flora, die unter dem Schnee lag kommt jetzt vor, zusammen mit Staub und Split der Winterzeit. Da braucht es einige Wochen, bis stabiles Frühlingswetter mit den dazugehörigen satten Farben kommt.

Letzte Woche Bilanzierung im Kollegengespräch: Wie viele deutsche Ärzte gibt es eigentlich hier in diesem Landstrich mit 30.000 Einwohnern  – mindestens 10, in allen Disziplinen. Erstaunlich viele, fanden sowohl die Norweger als auch wir Deutschen. Erstaunlich auch wie gut „wir“ hier geachtet werden, gleichzeitig ist es ein Fakt, dass viele Norweger in Deutschland Medizin studierten oder es noch tun.

Die gegenseitige Akzeptanz ist hoch, Deutsche haben (immer noch) den Ruf entscheidungskräftig, handlungsorientiert und durchsetzungsfähig zu sein, auf jeden Fall diese Merkmale stärker ausgeprägt zu haben als der durchschnittliche Norweger. Im Guten wie im Schlechten.

In der skandinavischen Kultur ist es ja nun verpönt, sich allzusehr in den Vordergrund zu spielen, in unserer Kultur nicht so sehr. Allerdings beginnen auch hier im Rahmen der Öko­nomi­sierung des Gesundheitswesens andere Haltungen zu greifen. Die Rolle des puren Helfers weicht einer Gesamtbetrachtung von medizinischen, ethischen und ökonomischen Aspekten der Arztrolle.

Dies ist eine Umstellung vom rein helfenden Denken, wie sie in Teilbereichen erst beginnt. Manchmal schaut man erstaunt, frage ich nach Tagessätzen, ja sicher, die gibt es, aber darüber sprechen wir selten so direkt - ja, die Frage danach ist ok. Die vollen Konsequenzen einer veränderten Denkweise hat es noch nicht. Am Ende ist es ja dann doch auch der Staat, der über die Steuern das Gesundheitswesen finanziert.

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