Dr. werden ist nicht schwer...

Dr. werden ist nicht schwer...

Das PJ ist überstanden, das Examen rückt näher. Die Doktorarbeit wartet und bei der Wahl der Facharztrichtung gibt es mehr Optionen als bei einer Frage des IMPP. Dieser Blog begleitet den Weg von Anton Pulmonalis ins Examen und in die Zeit danach.

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Dr. werden ist nicht schwer...

Geschafft!!! … oder…?

Freitag, 24. April 2009

Ich hätte nicht gedacht, dass das schriftliche Examen zu einer derartigen Belastungsprobe für mein Nervenkostüm werde könnte. Hatte ich doch bisher alle Testläufe bestanden und wähnte mich in Sicherheit, auf jeden Fall zu bestehen, war es während der Tage der Wahrheit anders.

Am ersten Tag schlug ich mein Heft auf und dachte mir nichts Böses. Schwere Einzelfragen hatte es schon vor einem halben Jahr gegeben und mir war klar, dass ich mir nicht bei jeder Frage zu 100% sicher sein könnte (siehe „Trennschärfe“). Also quälte ich mich durch die Fragen und arbeitete mich zum ersten Fall vor. „Malaria“, dachte ich mir während ich den Fall zur Orientierung überflog: „Schön, das habe ich mir gestern nochmal angesehen.“
Leider enthielt die Fallbeschreibung schon einen Großteil dessen, was ich über das Thema wusste. So ging es mir an vielen Stellen des Examens. Das IMPP fragte nach etwas und man dachte sich schon beim Lesen der Frage: „Das weiß ich!“ und dann tauchte unter den angegebenen Antwortmöglichkeiten keine der bekannten Nebenwirkungen, keines der Therapeutika der ersten Wahl oder keiner der gängigen Namen für die gesuchte Erkrankung auf.

So geriet ich richtig unter Druck. Am zweiten Tag führte das zu Fehlern wie dem Verwechseln von rechts und links oder zum Wunschlesen (ich lese eine Lösung, die da nicht steht und kreuze sie dennoch an). Zum dritten Tag hin wusste ich dank inoffizieller Internetergebnisse bereits, dass mir zum Bestehen noch ein paar Punkte mehr fehlen, als dass ich beruhigt sein könnte.

Ich war aufgewühlt und meine Phantasie formulierte Blogeinträge, die erklären, wie es dazu kam, dass ich durchgefallen bin und mein Gewissen prügelte mich die ganze Nacht an die Skripte, um vor allem Chirurgie und Orthopädie zu wiederholen.

Ich hätte lieber schlafen sollen. Am letzten Tag gab es keine Fragen zu dem, was ich die ganze Nacht gelernt hatte. Ich war kurz davor durchzudrehen und ging immer wieder aus dem Saal, um mich zu beruhigen. Eine ältere Dame, die draußen Aufsicht führte, versuchte immer wieder mich zu beruhigen und tatsächlich hatten die Gespräche mit ihr einen guten Einfluss auf mich.

Als ich den Saal verließ wollte ich nichts mit den Bier, Sekt und Champagner trinkenden Kollegen draußen zu tun haben. Zumal ich keine Lust hatte, mir anzuhören, wer was wie wo falsch oder richtig gekreuzt hatte. Ich ging nach Hause, nahm eine Ibuprofen 600 gegen den Schädel und legte mich ohne Wecker hin.

Am frühen Abend erwachte ich wieder und wertete mein Examen im Internet aus. Bestanden, aber sehr knapp. Also versuchte ich mir ein wenig Optimismus einzureden und telefonierte erst mal ein wenig mit den mir Nächsten. Am späten Abend erfuhr ich dann von Hochrechnungen zur Bestehensgrenze und alle Last fiel von mir ab. Ich gönnte mir einen doppelten Single Malt und legte mich wieder hin. Und schlief bis zum nächsten Mittag… Gut, dass es vorbei ist.

Findet,

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Euer Anton Pulmonalis 

P.S.: Vielen Dank medizynicus  

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