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Von embryonaler Stammzellforschung bis Sterbehilfe – mit ethischen Themen vom Beginn bis zum Ende des Lebens werden Ärzte immer wieder konfrontiert. Gisela Klinkhammer, beim Deutschen Ärzteblatt zuständige Redakteurin für Medizinethik, setzt sich mit aktuellen Entwicklungen auseinander.

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Organspende: Zustimmungslösung muss bleiben

Freitag, 5. Juni 2009

Die positive Nachricht vorweg: Im Jahr 2008 haben 17 Prozent der Bundesbürger einen Organspendeausweis ausgefüllt. Das sind mehr als 2001, als es nur 12 Prozent waren. Fast jeder Zweite hat immerhin schon mal daran gedacht, sich einen Organspendeausweis zu besorgen. Es sterben dennoch nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation jährlich drei Menschen, weil es zu wenig Organspender gibt.

Doch woran liegt es, dass es die meisten Bundesbürger vor der Unterschrift zurückschrecken? Sicherlich versuchen viele Menschen die Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod möglichst zu vermeiden. Auch könnte die Aufklärung durchaus noch verbessert werden. „Ärztinnen und Ärzte, Apotheken und Selbsthilfeverbände sind wichtige Partner für die Informationsvermittlung und die Bereitstellung des Organspendeausweises“, sagte die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Elisabeth Pott. 

Immer wieder steht auch die in Deutschland geltende erweiterte Zustimmungslösung zur Diskussion. Danach dürfen einem Toten nur dann Organe entnommen werden, wenn er sich zu Lebzeiten damit einverstanden erklärt hat und wenn die Angehörigen ausdrücklich einer Explantation zustimmen. Nach der Widerspruchslösung gilt automatisch jeder als einverstanden, wenn er nicht zu Lebzeiten ausdrücklich widersprochen hat. Das könnte möglicherweise die Zahl der Organspenden deutlich erhöhen.

Doch Nächstenliebe kann nicht staatlich verordnet werden, und der Wunsch zu helfen rechtfertigt keinen Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht. Letztlich können Bedenken nur durch bessere Informationen ausgeräumt werden. Für eine Zunahme der Spenderzahlen sollten nicht zuletzt aber auch organisatorisch-strukturelle Veränderungen in den Krankenhäusern sorgen.  

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