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Aus berufs- und standespolitischem Blickwinkel kommentiert der Journalist Norbert Jachertz, Köln/Berlin, “Vermischtes” – von harter Politik bis zu beiläufigen Ereignissen.

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Drei Millionen für Ulla Schmidt

Samstag, 10. Oktober 2009

Die famose FAZ-Rubrik "Die Vermögensfrage" von Volker Loomann, die gewöhnlich die Alterssicherung von Ärzten oder Mittelständlern unter die Lupe nimmt, glossiert in dieser Woche die möglichen Pensionen ausscheidender Minister, darunter Ulla Schmidt. Bei einer statistischen Lebenserwartung von 82 Jahren addieren sich deren Pensionsansprüche von (derzeit) 8.410 Euro monatlich auf 2.826.000 Euro, abgezinst auf die Gegenwart immerhin noch 2.284.000 Euro, so Loomann. Ganz nett. Aber zuviel, wie einige hämische Kommentare glauben machen?

Schmidt mischt seit fast 20 Jahren in der Bundespolitik mit, seit 1990 als Bundestagsabgordnete, von Januar 2001 an als Ge­sund­heits­mi­nis­terin. Ein undankbarer Job - ihre Vorgängerin, Andrea Fischer, hatte ihn entnervt geschmissen - und Schmidt hat, egal wie man zu ihr steht, vollen Einsatz gebracht. Der ist sein Geld wert. Spitzenmanager in der Wirtschaft wird für weniger mehr gezahlt, siehe die alltägliche Diskussion über hohe Pensionen und Abfindungen trotz Krise und Pleiten.

Frau Schmidt hätte, da bereits 60, sofort Anspruch auf die Ministerpension. Doch ist nicht damit zu rechnen, dass sie in Rente geht. Sie hat zwar ihren Aachener Wahlkreis gegen Rudolf Henke, den MB-Vorsitzenden, verloren, ist aber über die Landesliste erneut in den Bundestag gekommen. Sie will ihr Mandat ausüben, hat sie angekündigt.  In der Gesundheitspolitik könnte sie eine harte Gegnerin (mit viel Insiderwissen und gut vernetzt!) der Regierungsseite werden und die Dienstwagenaffäre vergessen lassen.

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Avatar #87250
adonis
am Donnerstag, 15. Oktober 2009, 16:34

Nicht ein wenig populistisch?

Ich bin kein Freund von Frau Schmitt, aber ich halte das ein wenig für wenig hilfreich und populistisch. Das Problem der ûberversorgung von Politikern und Abgeordneten kritisieren Sie völlig zu recht. Aber mit einer Politikerin abzurechnen mit solchen Zahlen halte ich für ungerecht und wenig hilfreich.
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