Dr. werden ist nicht schwer...

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Das PJ ist überstanden, das Examen rückt näher. Die Doktorarbeit wartet und bei der Wahl der Facharztrichtung gibt es mehr Optionen als bei einer Frage des IMPP. Dieser Blog begleitet den Weg von Anton Pulmonalis ins Examen und in die Zeit danach.

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Die spinnen, die Gallier!

Freitag, 6. November 2009

Paris ist immer wieder eine Reise wert, auch wenn die Stadt bisweilen hoffnungslos überlaufen und überteuert ist. In diesem Zusammenhang konnte ich am eigenen Leibe erfahren, dass man sich durchaus satt sehen kann und dass diese Tatsache eher für Reichhaltigkeit denn für das Gegenteil steht. Wer einen halben Tag im Louvre verbracht hat, wird mich in dieser Hinsicht verstehen.

Blitzlichtattacke

An Verständnis fehlte es mir, wenn ich andere Parisbesucher beobachtete. Vor allem in den Museen fanden sich seltsame Verhaltensweisen. Es war zwar zu erwarten, dass vor so manchem Meisterwerk rücksichtsloser Andrang herrschen würde. Was ich jedoch nicht verstand war das Ziel, das die meisten mit ihrem Ellenbogeneinsatz zu erreichen versuchten: der Großteil der Museumsbesucher begnügte sich damit, ein Werk mit der Digitalkamera zu erfassen. Kaum jemand beobachtete eine Statue von verschiedenen Seiten oder ließ ein Bild eine Weile auf sich wirken. Einige hetzten von Gemälde zu Gemälde und beschossen diese jahrhunderte alte Werke mit (sehr wohl verbotenen) Blitzen. Vielleicht sollten die Museen umdenken und den Verkauf von Eintrittskarten größtenteils durch den von digitalen Fotobänden ersetzen.

Triumph des kleinen Mannes

Der Umgang mit Touristen seitens der Pariser war mitunter schroff. Selbst wenn man einfach nur in einer Schlange anstand, gab es fast überall jemanden, der eine Anweisung parat hatte. Im Louvre wollte ich die (fotografierenden) Massen vor der Mona Lisa fotografieren. Dadurch handelte ich mir eine Diskussion mit einem Wärter ein, der mir am Ende seiner Argumente mit Rausschmiss aus dem Museum drohte. Da Tag der offenen Tür war, amüsierte mich das mehr als dem werten Wärter lieb war. Mein Foto bekam ich natürlich kurz darauf, als die Manndeckung endete. Im Musée d’Orsay hinderte mich ein Mitarbeiter in sehr unfreundlichem Ton daran, mit Rucksack einzutreten. Als ich diesen an der Garderobe abgeben wollte, informierte mich die dort tätige Dame darüber, dass ich meinen Rucksack mitnehmen dürfe, aber nur unter der Bedingung, dass ich den Seiteneingang und nicht den Haupteingang benutze. 

„Die spinnen die Gallier“, dachte sich,

Euer Anton Pulmonalis

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