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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Mammographie ab 40?

Donnerstag, 18. November 2010

An der Mammografie scheiden sich bekanntlich die Geister: Die einen weisen auf die geringe Senkung des Sterberisikos für die gescreenten Frauen hin, die im Promillebereich liegen. Die anderen möchten keiner Frau das Risiko zumuten, an einem Krebs zu sterben, der heute im Frühstadium (nahezu) sicher heilbar ist.

Die Ansichten sind von Land zu Land verschieden. Während in Deutschland die Kritik zu überwiegen scheint, steht die Bevölkerung in Großbritannien dem Screening positiv gegenüber. Das Breast Screening Programme ist fest etabliert. Die Regierung gibt viel Geld dafür aus und es wird wohl von den Austeritätsmaßnahmen verschont bleiben.

Vorgesehen ist eine Ausweitung auf die Altersgruppe ab 47 Jahren auf der einen und 73 Jahren auf der anderen Seite, die alle 3 Jahre eine Einladung erhalten werden. In absehbarer Zeit dürfte ein jährliches Screening ab dem 40. Lebensjahr für alle Frauen mit einer positiven Familienanamnese hinzukommen.

Als Beleg werden die Ergebnisse der Family History Study (FH01)-Studie angeführt, an der 6.710 Frauen teilnahmen, die Anfang 40 viermal gescreent wurden. 105 Krebserkrankungen wurden im Screening erkannt. Sie befanden sich wie erwartet in einem früheren Stadium als in zwei altersgleichen Kohorten aus England und den Niederlanden.

Leider hatte die Studie selber keine eigene Kontrollgruppe, weshalb – wieder einmal – Zweifel bleiben. Auch wenn die Schätzungen der Autoren zutreffen, ist der Nutzen gering, wobei es wieder darauf ankommt, ob man die relativen oder absoluten Zahlen zugrunde legt. Relativ wird das 10-Jahressterberisiko um 20 Prozent gesenkt.

Die absolute Risikominderung ist gering: Die Autoren schätzten, dass 5.000 Frauen gescreent werden müssen, um ein Leben zu retten. Die Kosteneffektivität sei aber nicht schlechter als bei BRCA1/2-Trägerinnen, die allerdings intensiver mit Mammographie plus Kernspintomographie gescreent werden. Die Autoren rechnen mit einer hohen Akzeptanz. Begleitende Untersuchungen hätten gezeigt, dass das Screening willkommen ist und falsch-positive Ergebnisse verkraftet würden.

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