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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Depressiv durch Fertigpizza

Freitag, 28. Januar 2011

Das Angebot der Supermärkte an Fertigprodukten wie Tiefkühlpizza und der Burger aus der Fast-Food-Kette treibt nicht nur Feinschmecker in den Wahnsinn. Auch die Konsumenten macht die industriell gefertigte Nahrung möglicherweise depressiv.

Das jedenfalls kam im “Seguimiento Universidad de Navarra” oder SUN-Projekt heraus, der Antwort des mediterranen Spaniens auf die großen US-amerikanischen Kohortenstudien (Nurses Health Study und Health Professionals Follow-up Project).

Die jüngste Auswertung von Miguel Angel Martinez-Gonzalez von der Universität Navarra beschäftigt sich mit der Frage, warum im sonnigen Spanien Depressionen und Suizide sehr viel seltener sind als in den nördlichen Ländern.

Nach Einschätzung der Epidemiologen liegt das nicht etwa am sonnigen Klima, sondern an der gesünderen Ernährung. Kürzlich hatten die Forscher bereits gezeigt, dass die klassischen mediterrane Küche mit Fisch statt Fleisch, viel Obst und Gemüse mit einer deutlich niedrigeren Inzidenz von Depressionen assoziiert ist (Archives of General Psychiatry 2009; 66: 1090-1098).

Jetzt führen die Epidemiologen dies auf die bevorzugte Verwendung von Olivenöl gegenüber gesättigten Fettsäuren und industriellen Transfetten zurück. Letztere werden aus Kostengründen Backwaren und Fast Food-Produkten zugefügt und wer unter den 12.000 Teilnehmern des SUN-Projekts bevorzugt diese Speisen auf dem Erhebungsbögen ankreuzte, hatte in den 6 Folgejahren ein um bis zu 48 Prozent höheres Risiko, an einer Depression zu erkranken.

Dabei war der Verzehr an Transfetten unter den Teilnehmern, Absolventen der Universität Navarra, nicht besonders hoch. Nur etwa 0,4 Prozent der aufgenommenen Energie hatten sie über Transfette und gesättigte Fettsäuren zu sich genommen. So vorbildlich ernähren sich auch in Spanien immer weniger Menschen. Sollte dies und nicht etwa die Wirtschaftskrise für den Anstieg von Suizide verantwortlich sein?

Das Nationale Statistik-Institut hatte im letzten Jahr berichtet, dass der Selbstmord mittlerweile auch im Land der selbstbewussten Iberer zur häufigstem nicht-natürliche Todesursache geworden ist.

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