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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Diabetische Neuropathie: Hund amputiert Zehe

Donnerstag, 23. Juni 2011

Los Angeles – Diabetiker sollten ihren Hund besser nicht mit ins Bett nehmen, raten US-Chirurgen im Journal of the American Podiatric Medical Association (2011; 101: 275-276). Ihr Fallbericht ist reichlich makaber. Er verdeutlicht aber, welche Auswirkungen die Neuropathie bei Diabetikern haben hat.

Die 48-jährige Frau hatte ihren “Pet”, einen 2 Jahre alten Jack Russell Terrier, mit ins Bett genommen. Als sie am nächsten Morgen erwachte, bemerkte sie, dass das Maul des Hundes und das Bett blutverschmiert waren. Zunächst war sie wohl verdutzt. Dann bemerkte sie, dass die Spitze ihres Zehs fehlte. 

Der völlige Verlust der Berührungs- und Schmerzempfindung ist bei Diabetikern nicht selten. Die Neuropathie zerstört die sensiblen Nerven. Die gleichzeitige Angiopathie führt zu Durchblutungsstörungen. Es kommt zu Verletzungen, die lange nicht bemerkt werden. Auch die Patientin konnte sich nicht an eine Verletzung erinnern.

Ihrem Haustier blieb sie dagegen nicht verborgen. Es sei nicht ungewöhnlich, dass Hunde anfangen an Wunden zu lecken, berichtet Lee Rogers vom Valley Presbyterian Hospital in Los Angeles. Dabei muss der Terrier dann auf den Geschmack gekommen sein. Die Frau kann froh sein, dass nichts Schlimmeres passiert ist. 

Ihre Zehe wäre vermutlich ohnehin nicht mehr zu retten gewesen. Die Ärzte mussten später nicht nur die restliche Zehe, sondern das Bein amputieren. Das andere Bein erste die Frau schon vorher verloren. Der Diabetes ist in den letzten Jahren nach Unfällen zur häufigsten Ursache für Amputationen geworden.

Rogers Abteilung nennt sich zwar “Amputation Prevention Center” und sein Team wirbt damit, 96 Prozent aller Beine erhalten zu können. Die Realität sieht jedoch anders aus. Die Frustration darüber mag erklären, warum die Mediziner den im Grund geschmacklosen Fall publiziert haben.

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Avatar #102901
Ndino
am Samstag, 25. Juni 2011, 11:28

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