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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Legionellen vor Touristen gut getarnt

Mittwoch, 8. Februar 2012

Im spanischen Urlaubsort Calpe an der Costa Blanca musste dieser Tage ein Urlaubshotel geschlossen werden: 13 Touristen (12 Briten und ein Spanier) sowie 3 Angestellte waren an einer Legionellose erkrankt, davon 3 tödlich. Die ersten Erkrankungen traten bereit am 13. Dezember auf. Bis Mitte Februar war es den Hygieneexperten nicht gelungen, den Erregerherd zu eliminieren.

Wahrscheinlich haben sich die Bekterien in der Wasserversorgung des Hotels ausgebreitet. Betroffen sind oft Leitungen, in denen das Wasser häufig stagniert oder sich gar ein Biofilm gebildet hat. Mit einer einfachen „Hyperchlorinierung“ des Wassers, wie sie in dem Hotel Mitte Januar durchgeführt wurde, ist es oft nicht getan. In dem betroffenen Hotel wurden wenige Tage später erneut Legionellen nachgewiesen. Dem Eigentümer steht unter Umständen eine kostspielige Sanierung bevor.

Legionella pneumophila ist ein gut getarnter Erreger. Die Vermehrung erfolgt intrazellulär. Amöben und andere Protozoen sind ein Transportvehikel, mit denen der Erreger in den menschlichen Körper gelangt und zwar als Aerosol über die Atemwege. Die Tarnung erklärt auch den oft lebensgefährlichen Verlauf.

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Das gram-negative Stäbchen-Bakterium ist nur durch Antibiotika mit einer hohen intrazellulären Konzentration erreichbar. Die hohe Letalität ist vermutlich Folge einer anderen „Tarnung“: Legionellosen werden oft nicht erkannt, weil sie milde bis asymptomatisch verlaufen oder aber in der Klinik nicht die notwendige Diagnostik betrieben wird. Die Meldepflicht einer Erkrankung garantiert nicht unbedingt, dass immer nach den Erregern gesucht wird.

Viele Legionellosen werden im Urlaub erworben. Die European Centers for Disease Control and Prevention spricht von einer reise-assoziierten Erkrankung (travel-associated Legionnaires’ disease oder TALD). Gefahr droht übrigens nicht nur an warmen Urlaubsorten, wie ein Bericht im Epidemiologischen Bulletin (2010; 42: 405-407) über eine Erkrankung in einem deutschen Hotel gezeigt hat. Auch hierzulande gibt es in Häusern Warmwasserrohre mit Stagnationen. Ausschlaggebend ist die Temperatur im Wasserrohr und nicht in der Umgebung.

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