Dr. McCoy

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In seinem Blog – benannt nach dem Bordarzt von „Raumschiff Enterprise“ – kümmert sich Philipp Stachwitz weniger um ferne Galaxien, sondern er kommentiert, wie die Zukunft der Medizin durch Telematik und E-Health beeinflusst wird. Als Anästhesist und ehemaliger stellvertretender Dezernent für Telematik der Bundes­ärzte­kammer kennt der heute ambulant tätige Schmerztherapeut und E-Health-Experte die Materie gleichermaßen und gleichzeitig aus der Praxis wie auch aus der Politik.".

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Dr. McCoy

Terminsache

Freitag, 10. Februar 2012

Wenn man liest, was für eine Superidee die Gründer von arzttermine.de hatten, fragt man sich, warum man nicht selbst drauf gekommen ist. Zumal andere die Idee auch schon hatten. Die Leute von doxter.de und die von hallodr.de zum Beispiel. Und wie so viele gute Ideen, so kommt auch diese aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Dort gibt es nämlich zocdoc.com.

Worum es geht, ist schnell erklärt: Ärzte melden – im Idealfall automatisiert über eine Schnittstelle in ihrem Praxisverwaltungssystem – ihre freien Termine an den Anbieter, also z.B. an arzttermin24.de. Der stellt dann die Termine aller Ärzte im Internet dar und Patienten können diese online buchen. Und die Buchung wird dann wieder zurück in das Praxisverwaltungssystem des Arztes gemeldet.

Ein Traum für die Arzthelferinnen und ihre Chefs: Keine endlosen Termintelefonate mehr – Zeit für wichtigere Dinge! Ein Traum auch für Patienten: Online einen Arzttermin vereinbaren und nicht lange am Telefon hängen. Warum also kommt das Ganze nicht ans Laufen? Denn zumindest hat man bei keiner der Plattformen den Eindruck, als ob da wirklich schon was los wäre.

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Wahrscheinlich weil der Traum der Startup-Gründer der Terminportale gleichzeitig der Albtraum der Praxisinhaber ist: Alle Termine – die freien wie auch die gebuchten – liegen nämlich dann auf den Servern der Plattformanbieter. Dazu Patientennamen und auch noch (Verdachts-) Diagnosen. Die sollen nämlich als „Besuchsgrund“ bei Terminanmeldung vom Patienten gleich mit angegeben werden. Bei den Schmerztherapeuten findet sich da u.a. die „Fibromyalgie“, bei den Gynäkologen können „Sexuelle Störungen“ übermittelt werden. Willkommen im Internet!

„Hach ja“, mag man da seufzen. Geht also wieder alles nicht? Wegen Datenschutz? Zu schade, wo es doch nun wirklich mal eine praktische Sache wäre für alle Beteiligten.

Vielleicht ginge es ja aber doch. Es müsste nur einen Anbieter geben, der die meisten dieser Daten sowieso bekommt. Der schon von Gesetz wegen zu allerstrengsten Sicherheitsvorkehrungen verpflichtet ist. Und einer der heute schon Beziehungen zu fast allen niedergelassenen Ärzten hat. Eine Körperschaft öffentlichen Rechts vielleicht?

Warum bietet die das eigentlich nicht den Ärzten und ihren Patienten an? Das wär’ doch mal was!

Leserkommentare

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Avatar #643798
hasler
am Samstag, 18. Februar 2012, 10:36

Warum wollen Sie sich fremd-bestimmen lassen?

Warum wollen Sie die Terminvergabe exterritorialisieren? Warum wollen Sie sich fremd-bestimmen lassen? Warum wollen Sie noch mehr von Ihrem schmalen Überschuss an Dritte abgeben?
Schulen Sie Ihre eigenen Arzthelferinnen in professioneller Telefonkommunikation. Wenn das andere können, warum soll es dann Ihre „Perle“ nicht können? Dann gibt es gibt kein langes Gekaspere am Telefon.
Bleiben Sie Herr des Verfahrens, Ihrer Termine und Ihres Geldes!

Dr. Wolfgang Hasler
www.hasler.net
Avatar #6363
deuser
am Donnerstag, 16. Februar 2012, 11:59

Termine extern vergeben: Technisch machbar - aber auch sinnvoll?

Wir beraten seit vielen Jahren Praxen im Bereich Terminplanoptimierung. Unsere Kunden realisieren zwischen 1 und 3 Stunden mehr Zeit pro Tag, Wartezeiten unter 15 Minuten an 90% aller Tage - und ein stressfreieres Arbeiten.

Diese Online-Services machen m.E. nur in eng begrenztem Rahmen wirklich Sinn für die Praxis - eine gute Praxis will die Patienten ja auch ein wenig steuern (und das geht mit den Planungsservices nur sehr eingeschränkt). Ohne Vorinfo ist keine gute Terminplanung möglich.
Die meisten Praxen brauchen ja auch nicht mehr Patienten, sondern sind eher herausgefordert, die bestehende Klientel gut zu managen.
Oft ist es ja auch so, dass eine MFA in der Praxis einem bekannten Patienten bereits telefonisch einen guten Hinweis geben kann oder Fragen beantwortet .... spart dann auch Ressourcen.
Wo es interessant (noch!) werden könnte, ist die Akquise von Privatpatienten.... Wobei das auch nicht ohne Tücke ist: Die Patienten bekommen schnell mit, wenn Sie auf den Privattermin 1 Tag warten und auf den GKV-Termin 2 und mehr ... Dann hat man sich als GKV-Patient halt "verklickt"... und freut sich!
Nicht alles, was technisch machbar ist, ist auch immer sinnvoll...
Super m.E. ist die Vergabe von Termine bei Facharztpraxen untereinander (Radiologie...).
Daher vorher genau prüfen: Was will ich als Praxisinhaber?
Viele Grüße,

Joachim Deuser
www.praxismanager.de
jdeuser@praxismanager.de
Avatar #647192
HalloDr
am Dienstag, 14. Februar 2012, 00:14

Braucht man wirklich Termin- und Patientendaten?

Wir bei HalloDr.de Arzt suchen und buchen, verzichten aus den genannten Gründen, auf die dauerhafte Speicherung z.b von Adressdaten, Verdachtsdiagnosen und welchen Arzt habe ich gebucht.

Ist die Woche vorbei löschen wir alle Daten, welche zur Terminvereinbarung notwendig waren, da uns der Datenschutz sehr wichtig ist. Der Arzt/Praxis bekommt von uns alle Daten für eine Terminvereinbarung -fertig.

Wir möchten uns hier auch von anderen deutlich unterscheiden. Kostenlos - Sicher - keine Werbung. So wie wir es uns auch selber wünschen würden. Wir bieten z..B. auch keine Arztbewertungen an, da die fachliche Kompetenz (lange gründliche aber vielleicht unangenehme Anamnese) durch Patienten, gar nicht oder häufig -schlechter- bewertet werden kann und somit die Arztbewertung komplett verzerrt darstellt.

Diese Idee steht noch am Anfang, aber wir freuen schon jetzt mehrfach am Tag, über Patienten und Ärzte, welchen wir zusammenbringen können.

Viele Grüße
Ralf Belusa
LNS
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