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Vom Arztdasein in Amerika

Vom Arztdasein in Amerika

Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Dr. Peter Niemann über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.

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Vom Arztdasein in Amerika

Der Ultraschall kommt (Teil zwei)

Dienstag, 6. März 2012

Ursprünglich sollte der tragbare Ultraschall schon Anfang 2011 für uns internistische Assistenzärzte eingeführt werden, denn wir hatten sowohl die bewilligten Mittel erhalten als auch die Geräteauswahl Anfang 2011 durchgeführt. Doch es gab „politische“ Gründe, die die Einführung damals unmöglich machten: Die Radiologen wehrten und wehren sich dagegen, dass Internisten Ultraschallgeräte ebenfalls einsetzen. Denn für sie bedeutet das unter Umständen weniger Ultraschalluntersuchungen und damit sinkende Einnahmen.

In den USA gibt es eigene “Ultraschallassistenten”, die den ganzen Tag nichts anderes machen als mit ihren Ultraschallgeräten durch das Krankenhaus zu rollern, von Patientenzimmer zu Patientenzimmer. In den Zimmern bauen sie dann ihr Ultraschallgerät auf, positionieren den Patienten und führen die Ultraschalluntersuchung durch, dabei knapp 30 bis 50 prädefinierte Ultraschallbildeinstellungen elektronisch aufnehmend. Sie schreiben dann ihren Bericht, den vorläufigen Befund, und rollern zum nächsten Patientenzimmer.

Die Radiologen (und bei der Echokardiographie die Kardiologen) sitzen dann in ihren Befundzimmern und werten dann diese Ultraschalluntersuchungen zu einem Finalbefund aus. Zunächst schauen sie sich den vorläufigen Befund der oft sehr erfahrenen Ultraschallassistenten an, dann schauen sie sich die gewonnenen Ultraschallbilder durch und diktieren ihren Befund.

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Ergänzt werden die Ultraschallbilder durch Kommentare und bestimmte Zeichnungen, die die Ultraschallassistenten ebenfalls abgespeichert haben. Solch eine Befunderhebung dauert den Ultraschallassistenten zumeist 20 bis 30 Minuten, den Radiologen meistens weniger als fünf Minuten; er ist dadurch aus Sicht der Radiologen effektiver als wenn er die Bilder selber schallen und dann befunden müsste.

Dass Ultraschalluntersuchungen daher eine lukrative Einnahmequelle ist, macht Sinn. Dass die Radiologen daher sich Sorgen machen, dass wir Internisten nun autonomer werden und ihre Hilfe ggf. nicht mehr so oft einfordern werden, also Einnahmen wegbrechen, erklärt wieso es knapp ein Jahr dauerte, ehe die Krankenhausleitung uns grünes Licht zur Einführung der Ultraschallgeräte gab.

Aktuell haben wir eine einjährige Probezeit – mal sehen, ob die Radiologen uns weiterhin erlauben, die Ultraschallgeräte zu nutzen oder ob wir zurück zu unseren Stethoskopen kehren müssen (s. Text “Der Ultraschall kommt, Teil eins).

 

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