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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Ernährung: Fastfood in Amerika salziger

Dienstag, 17. April 2012

Der hohe Salzgehalt von Fastfood ist wesentlich für die zu hohe Natriumzufuhr der Bevölkerung verantwortlich. Eine Portion Chicken McNuggets von McDonald's beispielsweise deckt mit 1,8 Gramm Salz pro 100 Gramm in den USA ein Drittel der von Ernährungswissenschaftlern als sinnvoll angesehenen Tageszufuhr von 5 bis 6 Gramm. Und die meisten Verbraucher bestellen noch ein Tüte Pommes dazu. Wer dann zusätzlich – vielleicht um das schlechte Gewissen zu besänftigen – noch einen Salat bestellt, erhält über das Dressing noch eine Extradosis Natriumchlorid hinzu. Zu allem Überfluss steht dann oft noch ein Salzstreuer auf dem Tisch.

Die Hersteller weichen den Forderungen nach einer Senkung des Salzgehalts gerne mit dem Hinweis auf produktionstechnische Beschränkungen aus, die eine Reduktion nicht erlauben würde. Dass dies nicht stimmen kann, belegt Elizabeth Dunford vom George Institute in Sydney anhand einer einfachen Recherche auf den Websites von sechs großen Fastfood-Konzernen in Australien, Kanada, Frankreich, Neuseeland, Großbritannien und den USA.

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Ein und dasselbe Produkt kann in den einzelnen Ländern einen deutlich unterschiedlichen Salzgehalt haben. In Chicken McNuggets sind es in Großbritannien nur 0,6 Gramm Salz pro 100 mg, zweieinhalb Mal weniger als in den USA. Dabei war McDonald's im Vergleich zu den beiden anderen untersuchten Burger-Herstellern Burger King und Kentucky Fried Chicken noch der am wenigsten versalzende Produzent.

Auch bei Pizza gibt es beachtliche transnationale Unterschiede. In den USA liegt der Gehalt bei 1,7 pro 100 mg, in Großbritannien bei 1,2 pro 100 mg. Aber auch in Großbritannien deckt eine kleine Pizza mit einem Gewicht von 500 Gramm mehr als den Tagesbedarf.

Die Unterschiede zeigen, dass der Salzgehalt durchaus verändert werden kann. Auf den guten Willen sollten die Regierungen nach Ansicht von Mitautorin Norman Campbell von der University of Calgary jedoch nicht setzen. Schon aus Gründen des Wettbewerbs dürfte keine Fastfood-Kette freiwillig bereit sein, den Salzgehalt zu senken. Zu lange schon wurden die Kunden an Salziges gewöhnt.

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