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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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App und Geld halten Couch-Potatos auf Trab

Mittwoch, 30. Mai 2012

Gegen Übergewicht und Bewegungsmangel scheint es kein Kraut zu geben. Vor allem jüngere Menschen, die die Folgen ihrer Lebensweise erst in Jahrzehnten zu spüren bekommen, lassen sich nur selten zu Sport und gesunder Ernährung motivieren. Ein spannendes App fürs Smartphone und ein kleiner finanzieller Anreiz könnte dies vielleicht ändern.

In der Make Better Choices-Studie ließen sich die Teilnehmer – 204 typische Couch-Potatoes – tatsächlich motivieren, in einem Smartphone (das in der Studie noch ein PDA war) einzutippen, was sie gerade gegessen haben und wie lange sie sich körperlich bewegt hatten. Das Programm meldete ihnen prompt auf einem „Thermometer“, wie weit sie sich ihrem Tagesziel genähert oder von ihm entfernt hatten. Dass die meisten Teilnehmer bis zum Ende durchhielten, lag sicherlich auch an den 175-US-Dollar Belohnung, die sie bei einem erfolgreichen Abschluss der Studie erhielten.

Das Konzept besticht vor allem durch seine Einfachheit, mit der mehrere Ziele gleichzeitig vermittelt wurden. Die Teilnehmer hatten schon nach wenigen Tagen begriffen, worauf es bei einer gesunden Ernährung ankommt, obwohl sie zuvor nur eine kurze Einweisung erhalten hatten. Sie lernten auch, wie sie mehr körperliche Bewegung in ihren Tagesablauf einbauen konnten, ohne dass ihnen dafür spezielle sportliche Angebote gemacht werden mussten.

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Die Teilnehmer waren auf vier Gruppen randomisiert worden, in denen jeweils eines von zwei Diätzielen (mehr Obst und Gemüse oder weniger Fett) mit einem von zwei Bewegungszielen (weniger sitzende Freizeittätigkeit oder mehr aktiver Sport) kombiniert wurden. Die besten Ergebnisse erzielte die Kombination aus mehr Obst und Gemüse und weniger sitzenden Freizeittätigkeiten.

Aber auch in den anderen Gruppen erreichten viele der jüngeren Teilnehmer (Durchschnittsalter 33 Jahre) mit mäßigem Übergewicht (Durchschnitts-BMI 28) ihre Ziele. Viele hielten auch nach der eigentlichen Studienphase noch an die Empfehlungen, obwohl die Belohnung hier auf 30 bis 80 US-Dollar vermindert worden war.

Abgesehen von den Prämien war die Studie kostengünstig. Entsprechende Apps lassen sich schnell schreiben. Die Kosten der Anwender liegen für heutige Smartphone-Apps im Bereich weniger Euros. Auch die Betreuung mit den Rückmeldungen ließe sich weitestgehend automatisieren. Gesundheits-Apps für das Smartphone können, wenn sie spannend präsentiert werden, durchaus eine gute Sache sein.

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