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Vom Arztdasein in Amerika

Vom Arztdasein in Amerika

Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Dr. Peter Niemann über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.

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Vom Arztdasein in Amerika

Die Obamagesundheitsreform siegt: Erste Eindrücke

Freitag, 29. Juni 2012

Manche werden es schon erfahren haben: Der oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten von Amerika hat entschieden; die Gesundheitsreform von Dr. Obama ist verfassungskonform. Damit ist ein grundlegendes Gesetz nicht nur von der Legislative und Exekutive, sondern eben auch der amerikanischen Judikative verabschiedet bzw. zugelassen worden.

Bei der Gesundheitsreform, dem sogenannten Obamacare, geht es vor allem um Zwang zum Besitz einer Kran­ken­ver­siche­rung, Ausweitung der staatlichen Kran­ken­ver­siche­rung auf noch mehr verarmte Bevölkerungsschichten, Ausweitung der Familienversicherung, neben anderen Aspekten (siehe z.B. http://www.faz.net/aktuell/politik/richter-wollen-aenderungen-oberstes-gericht-billigt-obamas-gesundheitsreform-11802675.html). Das Urteil war gespannt erwartet worden und hat eine grundlegende Signalwirkung für viele US-Amerikaner, was die meisten Nichtamerikaner wohl nicht so wahrnehmen.

Wir in den USA tätigen Ärzte sind besonders stark zwischen beiden Polen hin- und hergerissen. Entsprechend hitzig waren die Gespräche und die Diskussionen am Tag der Bekanntgabe der Entscheidung des obersten Gerichtshofes im Arztzimmer. Die meisten Deutschen sind auf Seiten Dr. Obamas (wieso eigentlich?), doch viele Ärzte in den USA sind das eben nicht. Vier mir im Gedächtnis haften gebliebene Gesprächsfetzen will ich unkommentiert hier wiedergeben:

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Erster Arzt: „Endlich ist ein kleines Stückchen Gerechtigkeit in das US-amerikanische Gesundheitswesen eingezogen”.

Zweiter Arzt: „Dass überhaupt so hitzig über die Gesundheitsreform diskutiert wurde, erstaunt mich schon. Erstens hat Obama sowieso als Jurist gewusst, dass sein Gesetz verfassungskonform ist. Zweitens ist das sowieso nur eine kleine Reform, denn wir alle wissen, dass das System noch massiv verändert werden muss”.

Dritter Arzt: „Ich mochte Mitt Romney nie. Aber nun werde ich ihm $100.000 spenden. Denn dieser blöde Präsident darf nicht wieder gewählt werden. Er zerstört das Prinzip der Freiheit, auf dem unser Land aufgebaut ist”.

Vierter Arzt: „Wir machen das, was 1861 geschah: Wir erklären unsere Unabhängigkeit und lassen Obama seine benötigte Steuern für seine auf die Faulen ausgerichteten Programme von der Restbevölkerung eintreiben. Mit uns geht das nicht”.

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Avatar #115345
hotte
am Montag, 2. Juli 2012, 09:10

Wieso eigentlich???

....weil die von den Kritikern viel propagierte Freiheit ein menschenwürdiges Dasein voraussetzt und hierzu gehört es unter anderem auch, bei Krankheit ärztliche Behandlungen in Anspruch nehmen zu können. Dies wird durch die "Obama-Care" sichergestellt. Es ist schade, dass viele Amerikaner in ihrem Freiheitsdenken so verbohrt sind, dass Sie die Freiheit über alles stellen. Damit stellen sich in erster Linie gegen Teile ihrer eigenen Bevölkerung, die von der Obama-Care profitieren werden.
Avatar #87388
Andreas Skrziepietz
am Freitag, 29. Juni 2012, 12:46

Arzt nr. 4

scheint ja ein echter vollidiot zu sein, da er nicht weiß, wie "1861" geendet hat. Was ist eigentlich mit Guantanamo? Man hört gar nichts mehr davon.
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