Vom Arztdasein in Amerika

Vom Arztdasein in Amerika

Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Dr. Peter Niemann über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.

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Vom Arztdasein in Amerika

Neuer Arbeitsplan

Mittwoch, 14. November 2012

Der nationale Trend hält auch in meiner Facharztgruppe Einzug: Ab 1.12.2012 stellen wir auf wöchentliches Arbeitspensum um. Das bedeutet, dass wir von nun an sieben Tage am Stück von morgens sechs bis abends 16 bis 19 Uhr arbeiten werden, je nach Patientenvolumen. Von Dienstag (morgens) bis zum kommenden Montag (abends) sind wir für das jeweilige Krankenhaus, die Visite, Aufnahmen, Entlassungen und Notfälle zuständig, um danach sieben Tage am Stück frei zu haben.

Dadurch ergibt sich effektiv ein Arbeitspensum von etwas mehr als 26 volle Wochen im Jahr, durchschnittlich auf alle Wochen umgerechnet somit eine 35- bis 40-Stundenwoche. Dadurch folgen wir dem nationalen Trend der Hospitalisten, wobei wir die Frage der Nachtarbeit dadurch gelöst haben, dass ein Kollege alle zwei Monate eine Nachtwoche statt der regulären Tagesvisitenarbeitszeit abzuleisten hat.

Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Intensiver arbeiten während der Arbeitswoche, um dann eine ganze Woche am Stück frei zu haben. Das öffnet Freiraum für viele Freizeitaktivitäten und eine gründliche Erholung. Manche meiner Kollegen tauschen schon untereinander einige der Wochen so aus, dass sie zwei Wochen am Stück frei haben und entsprechend international verreisen können; einer hat sich sogar vier Arbeitswochen am Stück vorgenommen, um hiernach vier Wochen lang durch Südamerika zu reisen und in Asien surfen zu gehen. 

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Es herrscht sehr viel Zufriedenheit angesichts dieser Umstellung in unserer Gruppe – das ist ein schöner Trend, so der Grundtenor, dem wir uns gerne angeschlossen haben. „Es lebe die Hospitalistengruppe”, mag sich wohl so mancher gedacht haben, als er sich die freien Wochen verplante.

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Avatar #98372
Thelber
am Freitag, 16. November 2012, 21:38

Ein pfiffiges Modell - auf den ersten Blick zumindest.

Denn: von 06:00 früh bis 19:00 Uhr abends konstant gute Leistung abgeben - das dürfe nicht gerade das sein, was uns Menschen gelingt. Oder sind wir Mediziner da eine Ausnahme ??

Auch wenn die Aussicht auf 4 Wochen Urlaub am Stück erstrebenswert scheint - die vorausgehenden 4 Wochen mit jeweils ca. 80 Wochenstunden Arbeit sind für diesen Vorteil meines Erachtens ein zu hoher Preis !
Avatar #114467
regionnord
am Donnerstag, 15. November 2012, 19:09

Gute Ide

Und sicherlich auch gut fuer den Patienten wenn der gleiche Arzt die Aufnahme, Visite und Entlassung vornimt. Auch wird Zeit gespart da man den Patienten kennt bei der Visite und so auch schnell ein Entlassungsnotat erstellen kann.

Eine Frage haette ich jedoch, in Daenmark arbeiten viele Aerzte im Privatkrankenhaus nach der Aufenhalt im oeffentlichen Krankenhaus. Wir arbeiten von 7-15.30 und so koennen noch 2-3 OPs in privater Regie gefuehrt werden.
Ist dies auch moeglich in den Staaten und waere es denkbar dass man in der freien Woche woanders anheuert?
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