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Von Norddeutschland nach Nordengland. Ladydoc wagt im Königreich den Blick über den Tellerrand. Hier bloggt sie über ihre Erlebnisse als „Trainee“ in der Psychiatrie.

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On the road: Die Dienste

Montag, 7. Januar 2013

Es gibt Momente, in denen mir die fleckige Couch im Arztzimmer wie der schönste Ort der Welt vorkommt… meist zwischen drei und fünf Uhr morgens. Womit ich zum Dienstsystem komme. Zuerst hat mich überrascht, dass praktisch mit dem ersten Arbeitstag volle Diensttauglichkeit erwartet wird. Es gibt zwar eine kleine Einführung, aber von der mehrwöchigen Schonzeit für Anfänger, die ich aus vielen deutschen Krankenhäusern kannte, ist keine Rede.

Das Dienstsystem in meiner Rotation sieht meist mehrere Tage am Stück von jeweils 12,5 Stunden Länge vor. Aber die für mich größte Überraschung war folgende: Denn ich schrieb bewusst meine Rotation und nicht die meines Krankenhauses, weil wir während des Dienstes letztlich drei verschiedenen Standorten zur Verfügung stehen. Diese drei Standorte sind jeweils knapp 15 Minuten voneinander entfernt – mit dem Auto! Dabei handelt es sich um eine forensische Psychiatrie, eine Gerontopsychiatrie sowie die Notaufnahme einer städtischen Klinik.

Bei Tagdiensten allerdings wird die Notaufnahme von psychiatrische Patienten vom Liaison Team versorgt. Das Liaison Psychiatrie Team besteht in Bereitschaftszeiten ausschließlich aus speziell geschulten und sehr kompetenten Krankenschwestern. Viele psychiatrische Patienten sehen daher in der Notaufnahme keinen Arzt. Patienten anderer Disziplinen übrigens auch nicht unbedingt (je nach Beschwerdebild). Das ist natürlich eine Entlastung.

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Die Herumfahrerei empfinde ich eher als Belastung, weil man innerlich doch unter Druck steht, zügig von A nach B zu kommen. In den ersten Monaten habe ich für den Transport immer Taxen rufen können, da in England ja links mit dem Lenkrad auf der rechten Seite gefahren wird. Gerade unter dem Dienststress in neuer Umgebung mit unzähligen Kreisverkehren, in die man „falsch herum“ einfahren muss, hätte ich mir das noch nicht zugetraut.

Inzwischen geht es aber ganz gut mit dem selber fahren, so dass ich schon die redseligen Taxifahrer vermisse. Zwischen drei und fünf Uhr morgens braucht es immer Arbeit oder Ansprache, um fit zu bleiben, oder aber eben die alte Couch für eine Mütze Schlaf.

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Avatar #87388
Andreas Skrziepietz
am Donnerstag, 10. Januar 2013, 00:56

Bei Tagdiensten allerdings wird die Notaufnahme von psychiatrische Patienten vom Liaison Team versorgt.

Die Verrückten versorgen die etwas weniger Verrückten - beispielgebend! Das sollte man bei uns auch einführen.
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