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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Rauchen wie Männer, sterben wie Männer

Donnerstag, 24. Januar 2013

Bei den Rauchgewohnheiten haben sich Frauen emanzipiert. War es in der Nachkriegszeit noch verpönt, wenn eine Dame zur Zigarette griff, und wenn sie es dennoch tat, bevorzugte sie leichte Sorten mit geringem Teergehalt und Filter. Spätestens seit den 70er Jahren haben sich die Rauchgewohnheiten geändert und in den 80er Jahren denen der Männer angeglichen. Die Folgen für die Gesundheit machen sich jetzt mit einigen Jahrzehnten Latenz bemerkbar. In der ersten Generation von Raucherinnen war die Lungenkrebssterblichkeit nur dreimal höher als bei den Nichtraucherinnen. Heute haben sie ein 25,7-fach erhöhtes Risiko, und unterscheiden sich hier kaum noch von den Männern.

Auch die COPD, früher auch als Raucherhusten bezeichnet, ist längst kein Privileg der Männer mehr, wie Michael Thun von der American Cancer Society in Atlanta nachweisen kann. Die Sterberate hat bei den Raucherinnen in den letzten 20 Jahren stark zugenommen, und Raucherinnen sterben auch an dieser Erkrankung mittlerweile 22,5-fach häufiger als Nichtraucherinnen. Es ist bezeichnend, dass heute mehr Frauen an Lungenkrebs als am Brustkrebs sterben (was aber auch an den guten Therapieergebnissen beim Mammakarzinom liegt).

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Beunruhigend an den Zahlen ist der anhaltende Anstieg der COPD-Erkrankungen in beiden Geschlechtern. Thun vermutet, dass hier Filterzigaretten mit einem niedrigeren Nikotingehalt einen ungünstigen Einfluss haben. Um die gleiche Dosis zu erhalten, würde der Rauch heute tiefer inhaliert als früher, was die kleinen Atemwege schädigt und möglicherweise die Entwicklung eines Emphysems begünstigt, die Spätform der COPD. Betroffen sind auch hier mittlerweile beide Geschlechter.

Die gute Nachricht, die vermutlich auch für beide Geschlechter gilt, stammt aus einer Untersuchung von Prabhat Jha von der Universität Toronto. Wer das Rauchen rechtzeitig aufgibt, kann sein Sterberisiko normalisieren. Dabei gilt: umso früher desto besser: Wer zwischen 25. und 34. Lebensjahr aufhört, gewinnt 10 Lebensjahre, beim Rauchstopp zwischen 35 und 44 Jahren sind es noch 9 Jahre usw. Wer weiter raucht, wird selten 85 Jahre oder älter (auch wenn es hier prominente Gegenbeispiele gibt).

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