Vom Arztdasein in Amerika

Vom Arztdasein in Amerika

Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Dr. Peter Niemann über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.

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Vom Arztdasein in Amerika

Groβe Unzufriedenheit

Dienstag, 5. Februar 2013

Es ist beeindruckend, wie schlecht die Gesetzesänderungen, die durch „Obamacare” bewirkt wurden, in der hiesigen Ärzteschaft aufgenommen werden. Die Gesetze werden ganz klar als Überregulierung und Drangsalierung aufgefasst. Die Veränderungen werden als Bedrohung wahrgenommen. Seitens der US-Regierung kommen selbstredend allenthalben Beschwichtigungen. Wöchentlich veröffentlichen vor allem Ärzte aus den oftmals personell gut besetzten und politisch links stehenden Universitätskliniken "Lobpreisungen" auf diese Gesetzesänderungen. Doch in eher ländlichen Gegenden mit niedriger Personaldecke und hoher Arbeitsauslastung, dafür oftmals höherem Einkommen, herrscht Verunsicherng und Verärgerung. Viele dieser Ärzte überlegen immer öfter, ob es ein Leben nach dem Arztdasein gebe, und wie es auszusehen habe.

Ein Arzt will beispielsweise vor Ort Immobilienmakler werden, ein anderer in Frührente gehen. Ein Dritter hat schon auf ausschlieβlich wohlhabende Privatpatienten umgestellt, und ein Vierter will Jurist werden. Ein Fünfter hat die hohen Patientenzahlen des Landarztdaseins gegen die niedrigen eines Uniklinikums in Boston eingetauscht und ein Sechster hat seine Praxis verkauft und reist zunächst für die Organisation „Ärzte ohne Grenzen” durch die Welt. Die Liste lässt sich zwar nicht endlos, aber doch sehr lange fortsetzen. Es ist wirklich eine Umbruchszeit.

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Avatar #94071
stoeckhert
am Mittwoch, 6. Februar 2013, 07:08

Können Sie das bitte erklären

Können Sie bitte erklären, was die Ärzte so stört?
Ich verstehe oft auch nicht die Kampagnen von Patienten aus dem republikanischen Lager.
Wo sehen Sie für beide Seiten die Probleme?
Vielen Dank
K. Stöckhert
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