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Vom Arztdasein in Amerika

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Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Dr. Peter Niemann über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.

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Vom Arztdasein in Amerika

US-Gesundheitsreform 2013 – Teil III

Donnerstag, 28. Februar 2013

Es vergeht kein Tag an dem im Gesundheitsbereich nicht von der Umstellung auf eine qualitäts­orientierte medizinische Versorgung gesprochen wird. Einer der Hauptantriebsfaktoren ist hierbei der
Wunsch, die massive Kostensteigerung im US-Gesundheitsbereich einzuschränken: Während im Jahr 1980 knapp 9% des Bruttoinlandsproduktes für Gesundheitsleistungen ausgegeben wurden, lag dieser
Wert im Jahr 2009 bei 17,4% (Roehr B: “Rise in US spending on healthcare in
2009 was twice that in UK”, BMJ 344: e3274, http://www.bmj.com/content/344/bmj.e3274?view=long&pmid=22573654).

Als Folge dieser Entwicklung soll das Gesundheitssystem nun effizienter und damit kostenbewusster werden. Eine der vielen Veränderungen, die durch das „Bezahlbare Kran­ken­ver­siche­rungs­gesetz”
(BKG) implentiert wurden, ist die Einführung von Qualitätskriterien, nach denen Krankenhäuser sanktioniert werden sollen, wenn sie zu den schlechteren in den USA gehören.

Seit 2012 erhält nun jeder Patient einen HCAHPS-Fragenbogen mit 27 Fragen zugesandt. (Für einen Probefragebogen auf englisch siehe http://www.hcahpsonline.org/Files/1HCAHPS%20V7%200%20Appendix%20A%20-%20HCAHPS%20STANDARD%20Mail%20Survey%20Materials%20(English)%20March%202012.pdf). Dieser enthält neben Fragen zum Geschlecht, Gesundheits- und Ausbildungsstand, zur Ethnie und Muttersprache des Patienten 22 Fragen, die den Kranken­hausaufenthalt betreffen: Fragen zur Kommunikation zwischen dem Patienten und dem Pflege- und Arztpersonal, der Sauberkeit des Krankenhauses, der Qualität des Pflegepersonals und des ärztlichen Personals, sowie der Behandlung im allgemeinen.

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Mehrere der Fragen sollen der Verständnis halber wiedergeben werden. Dabei sind die von der Regierung gemachten Unterstreichungen bei der Übersetzung beibehalten worden:

Frage 2: Wie oft hat das Pflegepersonal während Ihres Kranken­haus­auf­enthaltes genau zugehört?

Frage 4: Wie oft haben Sie nach Drücken der Pflegeklingel Hilfe bekommen, als Sie sie brauchten?

Frage 7: Wie oft haben Ihnen Ärzte Sachverhalte so erklärt, dass Sie sie verstanden haben?

Frage 8: Wie oft waren das Bade- und Patientenzimmer sauber während Ihres Kranken­haus­auf­enthaltes?

Frage 13: Wie oft war Ihre Schmerzbehandlung sehr gut eingestellt?

Frage 17: Ehe Sie neue Medikation erhielten, wie oft wurden Ihnen potenzielle Nebenwirkungen erläutert?

Frage 20: Haben Sie schriftliche Informationen über Warnsymptome erhalten, auf die Sie nach Ihrer Entlassungnach Ihrer Entlassung zu achten haben?

Aus allen Antworten wird eine sogenannte HCAHPS-Punktzahl errechnet (maximal 80 Punkte), und diese trägt zu einem maβgeblichen Teil zur Bewertung des Krankenhauses bei. Mit diesen Punkten werden die Krankenhäuser dann national eingestuft. Liegt ein Krankenhaus im unteren Fünftel in diesen Ranglisten, werden alle Zahlungen seitens der staatlichen Kran­ken­ver­siche­rungen im Jahr 2013 um 1%, im Jahr 2014 um 1,25%, im Jahr 2015 um 1,5%, im Jahr 2016 um 1,75% und bis 2017 um 2% gekürzt. Dadurch erhofft sich die US-Bundesregierung eine deutliche Senkung der Gesundheitskosten und eine Qualitätssteigerung.

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